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Literatur
Der König des „Sozio-Krimis“ ist tot

Der Schriftsteller und Soziologe Horst Bosetzky bei der Vorstellung des Buchs „Stolz auf Berlin“ 2011.
Der Schriftsteller und Soziologe Horst Bosetzky bei der Vorstellung des Buchs „Stolz auf Berlin“ 2011. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Berlin. Der Schriftsteller mit dem Pseudonym -ky ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Horst Bosetzky, einer der erfolgreichsten deutschen Krimiautoren, ist am Sonntag in Berlin gestorben, er wurde 80 Jahre alt. Unter dem Pseudonym -ky war er berühmt geworden. Buch um Buch rätselten Krimifreunde in den 1970er Jahren, wer hinter dem Kürzel stecken könnte. Wer ließ da einen Oberkommissar Mannhardt so lebensnah und packend in den kniffligsten Fällen ermitteln — immer das Herz auf dem rechten Fleck?


Erst Jahre später gab sich der Autor als der Soziologieprofessor zu erkennen, der damals an der von ihm mitbegründeten Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin lehrte. Er schrieb  mehr als 60 Krimis, dazu Romane, historische Biografien, Hörspiele, Drehbücher und eine große Familiensaga.

Als Anfang der 1970er Jahre seine ersten Bücher herauskamen, wurden die handlichen rororo-Thriller schnell Kult. Bewusst griff der Autor brisante gesellschaftliche Themen auf wie Mobbing („Ein Toter führt Regie“), Sektenwahn („Einer will‘s gewesen sein“) und Ausländerhass („Feuer für den großen Drachen“). Der Autor und Kritiker Rudi Kost schrieb einmal: „-ky wurde geradezu zum Inbegriff des ‚Sozio-Krimis’, der die Leichen nicht zur gefälligen Abendunterhaltung liefert, sondern mit ihnen ausdrücklich aufklärerische Absichten verbindet.“ Mehrere Werke schafften es ins Kino, etwa 1974 „Einer von uns beiden“ unter der Regie von Wolfgang Petersen („Das Boot“). Als 1981 „Kein Reihenhaus für Robin Hood“ auf die Leinwand kam, lüftete Bosetzky bei der Premiere das Geheimnis um sein Kürzel.



Zum Schreiben war der Berliner gekommen, weil er sich sein Studium an der Berliner FU durch Groschenromane verdiente. Als in Zeiten von Globalisierung und Sci-Fi bodenständige Kriminalgeschichten zunehmend an Zuspruch verloren, verlegte sich Bosetzky mehr auf historische und biografische Stoffe. Allein seine autobiografische Geschichte, die sich detailfreudig und augenzwinkernd um sein Alter Ego Matuschewski rankt, kommt auf zehn Bände – angefangen bei „Brennholz für Kartoffelschalen“ (1995) bis hin zu „Bratkartoffeln oder die Wege des Herrn“ (2008).