| 20:44 Uhr

Kunst
„Salvator Mundi“ wird im Louvre Abu Dhabi hängen

Abu Dhabi. Der gerade erst eröffnete Louvre Abu Dhabi sorgt mit einem spektakulären Neuzugang für Aufsehen: Das Museum in dem Golf-Emirat wird bald das für eine Rekordsumme versteigerte Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci zeigen. Allerdings schweigt es sich über die Details aus. Die Ankündigung verbreitete das Museum in einem knappen Einzeiler über Twitter. Nachfragen wollte es gestern nicht beantworten. Das Gemälde, das Jesus Christus zeigt, war Mitte November für die Rekordsumme von 450 Millionen Dollar (etwa 383 Millionen Euro) bei Christie‘s in New York versteigert worden. Der Käufer war zunächst unbekannt geblieben. Die „New York Times“ berichtete am Mittwoch, es handele sich um den saudischen Prinzen Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud. Dem Bericht zufolge ist er ein Vertrauter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem eigentlich starken Mann in dem konservativen Königreich.

Der gerade erst eröffnete Louvre Abu Dhabi sorgt mit einem spektakulären Neuzugang für Aufsehen: Das Museum in dem Golf-Emirat wird bald das für eine Rekordsumme versteigerte Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci zeigen. Allerdings schweigt es sich über die Details aus. Die Ankündigung verbreitete das Museum in einem knappen Einzeiler über Twitter. Nachfragen wollte es gestern nicht beantworten. Das Gemälde, das Jesus Christus zeigt, war Mitte November für die Rekordsumme von 450 Millionen Dollar (etwa 383 Millionen Euro) bei Christie‘s in New York versteigert worden. Der Käufer war zunächst unbekannt geblieben. Die „New York Times“ berichtete am Mittwoch, es handele sich um den saudischen Prinzen Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud. Dem Bericht zufolge ist er ein Vertrauter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem eigentlich starken Mann in dem konservativen Königreich.


Das von dem französischen Stararchitekten Jean Nouvel errichtete Museum war Anfang November nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit eröffnet worden. Auf mehr als 6000 Quadratmetern soll die Geschichte der Menschheit erzählt werden. Neben 300 Leihgaben aus Frankreich hat das Museum nach eigenen Angaben 600 Kunstwerke erworben (wir berichteten). Dass „Salvator Mundi“ nun seinen Weg in die Emirate findet, ist bemerkenswert, weil damit ein Christus-Bild bald in einem islamischen Land ausgestellt wird. Vor allem konservative Lesarten des sunnitischen Islam missbilligen die bildliche Darstellung von Propheten. Mohammed wird deshalb häufig ohne Gesicht gezeigt. Jesus Christus gilt auch Muslimen als Prophet, allerdings lehnen sie die christliche Vorstellung ab, dass er Gottes Sohn war.

  Mit dem Museum will Abu Dhabi sich als weltoffenes Land präsentieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass am reichen Golf die eigene Kunst vernachlässigt und die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt wird.