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Das Klenke Quartett bei den Kammermusiktagen Mettlach
Reinster Mozart bei der Kammermusik in Mettlach

Mettlach. Mit einem reinen Mozartprogramm haben am Sonntag die 33. Kammermusiktage Mettlach in der Alten Abtei begonnen – gefüllt bis auf den letzten Platz. Die Akustik wurde dadurch noch durchsichtiger und klarer. Von Helmut Fackler

Darauf hatten sich wohl die Damen des Klenke-Quartetts – Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann und Ruth Kaltenhäuser – eingestellt, um mit Harald Schoneweg (2. Viola) drei Streichquintette von Mozart zu präsentieren. Nichts geht dem Ohr verloren in diesem Barock-geschmückten Saal. Folglich schlugen die Fünf einen interpretatorischen Mittelweg ein: keine überraschenden Tempi, unaufgeregte, zurückhaltende Dramatik und Dynamik, handwerklich sauberes  Streicherspiel.


Doch nicht alles, was die Primaria in den Höhen der E-Saite erklomm, war auf die Goldwaage zu legen. Geglättet und ein wenig weichgespült wurde die Partitur lebendig –  wenn auch etwas eingeengt in der Ausdrucksskala, die jedoch gelegentlich mutig von der 2. Viola und dem Cello erweitert wurde. Das Hinzufügen einer zweiten Bratsche beruht nicht nur auf Mozarts Vorliebe für dieses Instrument, es füllt auch die Mittellage prächtig und ermöglicht Reichtum der Innenstimmen. Das war im locker und leicht gespielten B-Dur-Quintett (KV 174) nachzuspüren. Das Quintett Es-Dur (KV 614) ließ die grandiose Entwicklung der Mozartschen Kammermusik nachvollziehen, auch wenn die interpretatorische Leidenschaft eher glimmte als glühte.

Abschließend das einzige Quintett in Moll: KV 516 in g-moll. Dessen großer Affektradius reicht von Trauer bis zum leidenschaftlichen Aufbegehren, ist oft mehr Dunkel als Licht. Da hätten die Fünf weiter an die Grenzen gehen, Dramatik und die Stimmungen mehr ausleben können. Dem dennoch gepflegten Vortrag folgte begeisterter Beifall und ein freundliches Menuett als Zugabe. Wer drei weitere Mozart- Quintette mit dem Klenke Quratett hören will, kann dies am 9. September tun.