| 20:38 Uhr

Bildungspolitik
Philosoph Liessmann plädiert für Bildungs-Entschleunigung

Wien. ()  Ein schlechtes Zeugnis stellt der österreichische Philosoph, Autor und Bildungsexperte Konrad Paul Liessmann den Bildungspolitikern in Deutschland und Österreich aus. In den Schulen dominiere der Glaube an den Erwerb von Kompetenzen, egal, an welchen Texten, Aufgaben und Theorien diese geübt würden, sagte der 64-Jährige. Für ihn ist das ein Irrweg. „Die effizienz- und kompetenzorientierte Schule hindert junge Menschen, die nötige Fantasie und Kreativität zu entwickeln.“ Studien wie Pisa würden in ihrer Aussagekraft überschätzt.

()  Ein schlechtes Zeugnis stellt der österreichische Philosoph, Autor und Bildungsexperte Konrad Paul Liessmann den Bildungspolitikern in Deutschland und Österreich aus. In den Schulen dominiere der Glaube an den Erwerb von Kompetenzen, egal, an welchen Texten, Aufgaben und Theorien diese geübt würden, sagte der 64-Jährige. Für ihn ist das ein Irrweg. „Die effizienz- und kompetenzorientierte Schule hindert junge Menschen, die nötige Fantasie und Kreativität zu entwickeln.“ Studien wie Pisa würden in ihrer Aussagekraft überschätzt.



Auch die Lehrer stünden unter überzogenem Druck. Sie müssten ständig Rechenschaft über eigene Leistungen ablegen. „Wir müssen weg von diesem Phantasma permanenter Kontrollierbarkeit und der permanenten Vergleichstests.“ Bildung habe zentral mit Muße zu tun, plädierte Liessmann für eine Entschleunigung. In der reichsten Gesellschaft mit der höchsten Lebenserwartung könne man problemlos 40 bis 45 Jahre arbeiten und hätte noch Raum für substanzielle Bildungsprozesse. „Ich sehe keinen Grund für den Zeitdruck im Bildungssystem.“