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Neues Album von Erasure: Unsere Welt dreht durch

Saarbrücken. Am Ende wird dann doch die Tanzfläche bedient: Das etwas schlagerhaft stampfende "Just a little love", das der Welt in ihrem Lauf ein bisschen mehr Liebe wünscht, ist eine jener Nummern, mit denen man Erasure gerne verbindet. Doch die meisten der zehn Stücke von "World be Gone", dem auch schon 17. Album des englischen Duos, sind ruhiger, melancholischer. Es sei eben schwer, bei dieser Weltlage fröhliche Tanzhymnen zu schreiben, sagt Komponist Vince Clarke. Entsprechend singt Kollege Andy Bell mehr als einmal davon, dass unsere Erde den Verstand verliert. Das ist nun keine neue These - aber Erasure verkünden sie zumindest nicht mit der pompösen Geste mancher Kollegen: wie die Weggefährten Depeche Mode etwa, die in einem aktuellen Stück gerade fragen, wo denn die große Revolution bleibt - und jenes Stück dann an die gegenseitige Telekom-Werbung verkaufen. Tobias Kessler

Erasure kleiden ihre Sorgen lieber in plüschige Balladen mit melodieseligen Refrains, instrumentiert mit pochenden, pulsierenden Rhythmen. Bells Stimme trägt die Refrains manchmal gar in Richtung Soul: ein schöner Kontrast zum elektronischen, vielschichtigen Unterbau. Indem es die offensichtlichen Tanzhits diesmal reduziert, klingt das Duo so überzeugend wie lange nicht mehr.



Erasure: World be Gone (Mute/GoodToGo). www.erasureinfo.com