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Slevogt & Liebermann-Schau im Mainzer Landesmuseum
In Noordwijk am Strand mit Max Slevogt

Slevogts „Skizze mit Flagge“ von 1908 (Ausschnitt)
Slevogts „Skizze mit Flagge“ von 1908 (Ausschnitt)
Mainz. Nicht nur im Saarlandmuseum wird Slevogt groß geschrieben: Im Mainzer Landesmuseum eröffnet heute „Ein Sommer am Meer: Slevogt, Liebermann & Cassirer“.

(dpa) Drei Männer, zwei Wochen lang in einem Haus am Meer: Max Slevogt (1868-1932), Max Liebermann (1847-1935) und Lovis Corinth (1858-1925) verbringen sie in Noordwijk in Holland. Dort wohnen sie auf Einladung des Kunsthändlers Paul Cassirer und seiner Frau Tilla Durieux im Juni/Juli 1908 in deren Sommerhaus in den Dünen. 


Das Mainzer Landesmuseum dokumentiert, passend zu Slevogts 150. Geburtstag gestern (8. Oktober), mit seiner Ausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ anhand von 94 Werken den damaligen Aufenthalt von Slevogt und Liebermann, die mit Corinth das „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ bildeten. Zu sehen sind Stücke von der kleinen Postkarte bis zum Gemälde. Die Idee zu der Schau brachte das Gemälde „Skizze mit Flagge“, so Kuratorin Karoline Feulner. Es war dem Landesmuseum im Winter 2016 zur Begutachtung vorgelegt worden. Der damalige Eigentümer war unsicher, ob es sich trotz der Signatur wirklich um einen echten Slevogt handelte, da das Thema einer Strandlandschaft so untypisch erschien. „Ich habe dann damit angefangen, mich mit diesem Aufenthalt in Holland zu beschäftigen“, erzählt Feulner. „Dass aber wirklich so viel Neues herauskam und die Gemälde auftauchten, ist wirklich ein großer Glücksfall.“

 „Skizze mit Flagge“ ist eines von sechs Slevogt-Gemälden, die während seines Besuchs entstanden. Wie „Landschaft mit weißer Dame“ wurde es erst im Verlauf der Recherche entdeckt. Vier der sechs Strandbilder Slevogts sind in Mainz zu sehen. Der Hinweis auf das erst kurz vor Ausstellung aufgetauchte „Strandbild mit Muschelfischer“ erreichte die Kuratorin erst so spät, das es nicht einmal mehr in den Katalog aufgenommen werden konnte.



 Auch Slevogts Kollege Liebermann setzte das dortige Strandleben in Szene. In der Gegenüberstellung werden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Blickwinkel der beiden Impressionisten deutlich. So konzentrierte sich Liebermann in seinem Bild „Dünenpromenade“ eher auf das mondäne Flanieren reicher Bürger am Strand, während Slevogt stets die Natur, die Wolken und das Meer in den Vordergrund rückt. Die Reise ans Meer brach Slevogt damals nach zwei Wochen ab. Nicht, weil die Künstler aneinandergerieten. Seine Frau Nini erwartete ihr zweites Kind.

Bis 10. Februar. Mi-So: 10-17 Uhr, Di: 10-20 Uhr.