| 20:35 Uhr

Theater
Langeweile ist eine Tugend:Stück über Philipp Lahm

München. Am Samstag hat ein Theaterstück über Fußballspieler Philipp Lahm Premiere im Münchner Residenztheater. Doch wie schreibt man über jemanden, der scheinbar keine Ecken und Kanten hat? Für Michel Decar, den Autor von „Philipp Lahm“, liegt gerade darin die Faszination. „Keiner will ausgewogen sein oder gar langweilig“, sagte er. „Dabei ist das doch absolut erstrebenswert! Langeweile ist ein völlig zu Unrecht negativ aufgeladener Begriff.“

Am Samstag hat ein Theaterstück über Fußballspieler Philipp Lahm Premiere im Münchner Residenztheater. Doch wie schreibt man über jemanden, der scheinbar keine Ecken und Kanten hat? Für Michel Decar, den Autor von „Philipp Lahm“, liegt gerade darin die Faszination. „Keiner will ausgewogen sein oder gar langweilig“, sagte er. „Dabei ist das doch absolut erstrebenswert! Langeweile ist ein völlig zu Unrecht negativ aufgeladener Begriff.“



Im Stück ist Philipp Lahm vor allem eine Figur, die sich durch das auszeichnet, was sie alles nicht macht. Im Auto rast er nicht, in Clubs geht er nicht, beschweren würde er sich nie. Zwischendurch trifft sich Lahm mit Journalisten, die verzweifelt versuchen, Spannendes aus ihm herauszukitzeln. Manchmal spielt er da mit, breitet waghalsige Anekdoten aus – um sie im nächsten Moment als Scherz abzutun.

„Es geht darum, den Nicht-Skandal zu ertragen“, sagt Decar. „Die Langeweile, das Glück, die Beständigkeit.“ Eine Figur ohne Konflikte, ein Theater ohne Drama: Es gehört schon einiges an Mut dazu, so einen Stoff auf die Bühne zu bringen.