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Neu auf DVD
„Ich muss mich von Euch erholen!“

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kul-alexandre FOTO: Pidax
Saarbrücken. Vergnüglich: Die Riegelsberger Firma Pidax bringt „Alexander, der Lebenskünstler“ als DVD heraus.

Was ist das für ein schönes Frankreich, das sich dieser Film erträumt: Ein süßer Hund hechelt in einer blühenden Wiese, umspielt von zartem Wind und umflort von einem charmanten Chanson. Man kennt und mag sich in diesem Dorf, die böse Großstadt ist weit weg, in der Kneipe sitzen gemütliche Franzosen und trinken Wein, der fast so rot leuchtet wie ein 2CV, der um die Ecke tuckert.



Ein ruhiges Paradies also, nur nicht für den Landwirt Alexandre (Philippe Noiret). Denn der leidet an und unter einer Gattin, die ihn von morgens bis nachts antreibt und auf dem Feld sogar per Funk überwacht. Seine gelegentlichen Rebellionsversuche verpuffen ohne Wirkung – es rettet ihn nur der Unfalltod der Gattin in ihrem schneeweißen Citroen DS. Mit verträumtem Lächeln flaniert der Witwer nun hinter dem Sarg her und beschließt die kommende Lebensplanung: nach zehn Jahren dröger Ehe erstmal auszuschlafen und danach so selten aus dem Bett auszusteigen wie menschenmöglich. Den Dörflern sagt er: „Ich muss mich von Euch erholen!“

Wie gut, dass sein hochbegabter Hund ihm das Essen bringt. Das könnte nun das Paradies sein. Aber Alexandres Weltverweigerung bringt das scheinbar stabile Dorfleben ins Wanken – was, wenn das jeder täte? Die Angst vorm kollektiven Zusammenbruch ist groß – und der Neid der Dörfler spielt auch mit, denn Alexandre kann sich die Frührente leisten, hat er mit seinem großen Hof doch über Jahre eine reiche Ernte eingefahren.

Die Riegelsberger DVD-Firma Pidax, Spezialist für nostalgische filmische Ausgrabungen, hat hier eine besondere Perle gefunden: „Alexander, der Lebenskünstler“. Regisseur Yves Robert, der auch den Klassiker „Krieg der Knöpfe“ inszeniert hat, drehte diesen Film 1968, was durchaus passt. Von einem hippiesken Generalstreik erzählt er mit leichter Hand, Hintersinn und viel Situationskomik: Das Heranpirschen der Dorfbewohner an den Frührentner, der mit seiner alten Schrotflinte droht, wird zu einer köstlichen Kriegsfilm-Parodie mit dem jungen, damals noch wenig bekannten Pierre Richard  („Ich war in Indochina dabei!“ – „Aber doch nur in der Küche“); langsam stellt sich heraus, dass die Dorfgemeinschaft nicht ganz so gallisch-solidarisch ist wie gedacht. Einer zugereisten jungen Frau (Marlène Jobert) schlägt vor allem seitens der Dorfdamen viel Misstrauen entgegen, zumal sie das Herz des Lebenskünstlers gewinnt. Wie diese Romanze ausgeht, soll nicht verraten werden – aber man kann diesem lässig dahinfließenden und sonnig bebilderten Film durchaus eine Skepsis gegenüber Frauen attestieren.