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Gender mainstreaming
Geschlechtergerechtigkeit treibt Filmbranche um

Berlin. Die neue Initiative „Pro Quote Film“ will einen 50-Prozent-Frauenanteil in allen Berufsgruppen und Gremien durchsetzen.

. Eine neue Initiative setzt sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der deutschen Filmbranche ein. Unter dem Titel „Pro Quote Film“ haben sich Filmschaffende aller Bereiche zusammengeschlossen, um künftig für alle Gewerke der Film- und Fernsehbranche eine 50-Prozent-Frauenquote bei Aufträgen, Fördergeldern und Rollen durchzusetzen, wie die Initiative gestern mitteilte.



Ein entsprechender Forderungskatalog sei von mehr als 1200 Beteiligten unterzeichnet worden, hieß es. Dazu gehören unter anderem Regisseurinnen, Schauspielerinnen, Kamerafrauen, Drehbuchautorinnen, Produzentinnen, Filmkomponistinnen, Tontechnikerinnen, Dramaturginnen, Cutterinnen oder Szenen- und Kostümbildnerinnen.

Das bisherige Bündnis „Pro Quote Regie“ werde durch „Pro Quote Film“ erweitert und abgelöst, erklärten die Aktivistinnen. Sie fordern unter anderem, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel die Hälfte davon an Frauen gehen soll.

Aufsichts-, Beratungs- und Vergabegremien sowie Jurys von öffentlich-rechtlichen Sendern, Filmförder-Institutionen, Filmhochschulen und Festivals sollten paritätisch besetzt werden, sagte Tatjana Turanskyj, Vorstand von „Pro Quote Film“. Zudem müsste besonders bei öffentlich-rechtlichen Sendern ein sogenanntes „Gender Budgeting“ eingeführt werden, was unter anderem eine gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit unabhängig vom Geschlecht sowie Geschlechtergerechtigkeit bei der Budgetplanung umfasst.

Die Initiatorinnen verwiesen auf jüngste Studien, die ein deutliches Missverhältnis beim Geschlechterverhältnis in der Filmbranche offenlegten. So hatte eine vor einem Jahr veröffentlichte Studie von ARD und ZDF nachgewiesen, dass in den Jahren 2011 bis 2015 die Regiestellen zu 83 Prozent mit Männern besetzt waren. Im Bereich Kamera und Ton waren 92 beziehungsweise 96 Prozent der Stellen mit Männern besetzt. Eine von der Stiftung MaLisa in Auftrag gegebene ebenfalls 2017 veröffentlichte Studie zur Repräsentation der Geschlechter im Film zeigte den Angaben zufolge, dass Frauen im Film vor allem als Heldinnen oder Expertinnen stark unterrepräsentiert sind.