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Wettbewerb um den Goldenen Löwen
Erst ein Löwe, dann ein Oscar?

Ryan Gosling als Astronaut Neil Armstrong in „First Man“. Der Film über die Mondlandung eröffnet das Festival.
Ryan Gosling als Astronaut Neil Armstrong in „First Man“. Der Film über die Mondlandung eröffnet das Festival. FOTO: AP / Photo Credit: Universal Pictures
Venedig. Das Filmfestival in Venedig, das heute beginnt, gilt als Trendsetter der Branche.

Das älteste Filmfestival der Welt liebte schon immer die Superlative. In diesem, dem 75. Jahr, eröffnet man heute mit dem neuen Film des jüngsten Regisseurs, der je den Regie-Oscar gewonnen hat: Damien Chazelle („La La Land“) und seinem „First Man“. Der Film selbst handelt von einer seinerzeit die Welt in den Bann schlagenden Pioniertat: Es geht um Neil Armstrong, den ersten Mann auf dem Mond. Mit Ryan Gosling verkörpert einer der beliebtesten Stars seiner Generation Armstrong.


Venedig gilt seit einigen Jahren als Oscar-Sprungbrett. Schließlich gewann mit „Shape of Water“ in diesem Jahr erneut ein Film den Haupt-Oscar, der seine Premiere am Lido gefeiert hatte. Die alles dominierende Oscar-Frage lenkt die Aufmerksamkeit wie selbstverständlich zuvorderst auf die Produktionen, an denen Hollywood-Namen beteiligt sind – was naturgemäß Vor- und Nachteile hat. Zu den Vorteilen gehört, dass mit den neuen Filmen von Regisseuren wie Paul Greengrass, Julian Schnabel und den Gebrüder Coen Titel dabei sind, auf die Kinofans in aller Welt warten. Einer der Nachteile der grassierenden Oscar-Obsession besteht darin, dass die nicht-amerikanischen Titel des Programms in den Hintergrund gedrängt werden, so sie nicht als Kandidaten wenigstens für die Sparte des „fremdsprachigen Films“ in Frage kommen.

In dieser Hinsicht kann sich Florian Henckel von Donnersmarck qualifizieren, der mit seinem „Das Leben der anderen“ 2007 in Hollywood gewann und nun seinen Film „Werk ohne Autor“ im Rennen um den Goldenen Löwen vorstellt. Darin erzählt er vom langen Schatten, den die faschistischen Verbrechen in die Lebensrealitäten der DDR und BRD hinein warfen.



Insgesamt gehen 21 Filme bis 9. September ins Rennen um den Goldenen Löwen und auch bei den Filmen, die außer Konkurrenz laufen, ist Vielversprechendes dabei.

Infos über den Wettbewerb: www.labiennale.org