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Théodore Gouvy
Elegante Hommage an Komponist Théodore Gouvy

Hombourg-Haut. Das „Festival International Théodore Gouvy“ hat am Sonntag in der Église Collégiale St-Etienne „Hommages“, ein Konzert mit dem Orchestre National de Metz unter seinem Chefdirigenten Jacques Mercier präsentiert. Von Helmut Fackler

Die erste „Huldigung“ galt Gioacchino Rossini, dessen 150.Todestag sich jährt. Seine Ouvertüre zur Oper „La scala di seta“ ist ob seiner virtuosen Anfangspassagen ein für die Violinen gefährliches Eingangs-Stück, noch dazu in unübersichtlicher Kirchenakustik und ungewohnten räumlichen Bedingungen. Wild und stürmisch angegangen, war sie dennoch zu erkennen.


Zu Charles Gounods 200. Geburtstag stand dann seine 1. Sinfonie in D-Dur auf dem Programm. Die Stärken des Orchesters kamen vor allem in den Piano-Passagen zum Tragen. Ausgewogene Holzbläser-Passagen kontrastierten mit weichem Streicherteppich. Legte man die Intonation der Violin-Gruppen nicht allzu sehr auf die Goldwaage, ergab sich im Gesamtbild eine fantasievoll instrumentierte, französisch-elegante Struktur und ein abwechslungsreich gestalteter dynamischer Verlauf.

Namensgeber Louis Théodore Gouvy (in Hombourg-Haut aufgewachsen) und seine 3. Sinfonie in C-Dur wurde zum krönenden Finale. Sein Geburtstag jährt sich 2019 zum 200. Mal. Sechs Sinfonien hat er geschrieben, sie sind immer wieder einer Entdeckung wert. Mercier gilt seit seiner CD-Einspielung  als Spezialist für Gouvy. Er beschwor nicht nur die französische Eleganz und Grazie dieser Musik, sondern auch ihre an den deutschen Romantikern wie Schumann, Brahms und anderen orientierten Farbigkeit und unangestrengten Originalität. Das Orchester realisierte Merciers Intentionen nach Kräften (mit einem schönen Horn-Solo im 2. Satz) und folgte ihm mit Schwung, Intensität und musikantischem Impetus. Die Zuhörer applaudierten dankbar und konnten sich noch einmal am letzten Teil des Saltarello-Finalsatzes erfreuen.
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