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Klassische Musik
Ein Frühwerk von Dvorák, das er selbst vergessen wollte

Saarbrücken. Antonin Dvo­rák scheint derzeit besonders gefragt: Parallel zu Karel Mark Chichons Gesamteinspielung mit der Deutschen Radio Philharmonie haben sich auch Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie Nürnberg der Sinfonien des Tschechen angenommen. Merkwürdigerweise bewirbt das Coviello-Label nun den bereits fast komplett veröffentlichten Zyklus just mit Dvoráks Erster Sinfonie („Die Glocken von Zlonice“): einem eilig konzipierten Frühwerk des 23-Jährigen, von dem er sich später selbst distanzierte. Von Stefan Uhrmacher

Antonin Dvo­rák scheint derzeit besonders gefragt: Parallel zu Karel Mark Chichons Gesamteinspielung mit der Deutschen Radio Philharmonie haben sich auch Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie Nürnberg der Sinfonien des Tschechen angenommen. Merkwürdigerweise bewirbt das Coviello-Label nun den bereits fast komplett veröffentlichten Zyklus just mit Dvoráks Erster Sinfonie („Die Glocken von Zlonice“): einem eilig konzipierten Frühwerk des 23-Jährigen, von dem er sich später selbst distanzierte.


Ein Grund der Auswahl mag sein, dass Dvoráks Erste selten zu hören ist. Taugt Boschs Interpretation als Appetithappen? Nun, es fehlt der mit solidem Sound und einem gut disponierten Ensemble aufwartenden Live-Einspielung nicht an süffiger Opulenz und rhythmischem Zug. Dass sich Dvoráks bescheidener Erster dennoch mehr Dramatik und Gehalt entlocken lassen, unterstreicht bereits ein vergleichendes Hineinhören in frühe Referenz­aufnahmen, so von Istvan Kertecz und Rafael Kubelik. Insgesamt also nur bedingt empfehlenswert.

Antonin Dvorák: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 3. Staatsphilharmonie Nürnberg mit Marcus Bosch (Coviello Classics).