| 21:23 Uhr

Nach Preis für Farid Bang und Kollegah
Echo-Musikpreis wird nach Protest „überarbeitet“

Berlin. Wegen des Protests nach der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will der Veranstalter das Konzept erneuern. „Als Konsequenz daraus wird der Preis auf Entscheidung des Vorstandes vom heutigen Tag nun überarbeitet werden“, erklärte Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie, gestern. Details nannte er nicht. Die beiden Rapper waren am Donnerstag für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ in einer Sparte mit dem Musikpreis ausgezeichnet. Es enthält die Zeilen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‚nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“.

Wegen des Protests nach der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will der Veranstalter das Konzept erneuern. „Als Konsequenz daraus wird der Preis auf Entscheidung des Vorstandes vom heutigen Tag nun überarbeitet werden“, erklärte Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie, gestern. Details nannte er nicht. Die beiden Rapper waren am Donnerstag für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ in einer Sparte mit dem Musikpreis ausgezeichnet. Es enthält die Zeilen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‚nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“.


Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte, der Satz der Rapper sei „krass und dumm“. Dass sie aber ein Weltbild transportierten, das vor Verschwörungstheorien, Sexismus und Ungleichheitsvorstellungen nur so triefe, und dass sich das offenbar prächtig kommerzialisieren lasse, dem werde „weder in der Musikindustrie noch im öffentlichen Diskurs“ begegnet. „Sondern wir erleben massive Ignoranz. Das ist ein Zeitgeistproblem.“

Der jüdische Comedian Oliver Polak schrieb in der „Welt“: „ Dass der Echo diese beiden ‚Künstler’ am Holocaustgedenktag auftreten lässt, ist an Zynismus und Rohheit nicht zu übertreffen.“ Es sei eine makabre Doppelmoral, sich von den Inhalten zu distanzieren und diese gleichzeitig live und zur Primetime aus­strahlen zu wollen.