| 20:25 Uhr

Kritik an Kollegah, Farid Bang und dem Echo
Echo-Entscheidung „ist schäbig, feige und falsch“

Berlin. Vor der Echo-Verleihung heute Abend (ab 20.15 Uhr live bei Vox) wird die Kritik an den Texten der Rapper Kollegah und Farid Bang (wir berichteten) immer lauter. Das Internationale Auschwitz Komitee reagierte gestern mit Empörung auf die geplante Teilnahme des Duos. Sie sei „für alle Überlebenden des Holocaust ein Schlag ins Gesicht und ein für Deutschland beschämender Vorgang“, hieß es in einer Mitteilung.

Vor der Echo-Verleihung heute Abend (ab 20.15 Uhr live bei Vox) wird die Kritik an den Texten der Rapper Kollegah und Farid Bang (wir berichteten) immer lauter. Das Internationale Auschwitz Komitee reagierte gestern mit Empörung auf die geplante Teilnahme des Duos. Sie sei „für alle Überlebenden des Holocaust ein Schlag ins Gesicht und ein für Deutschland beschämender Vorgang“, hieß es in einer Mitteilung.


Im Zentrum der Vorwürfe steht die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ aus dem Song „0815“ des Duos. Nach einem Bericht der „Bild“ und Kritik von Auschwitz-Überlebenden hatte der unabhängige Ethik-Beirat des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) den Fall geprüft – und entschieden, dass die Nominierungen nicht zurückgezogen werden. Die künstlerische Freiheit sei in dem Text „nicht so wesentlich übertreten“, dass ein Ausschluss gerechtfertigt wäre.

„Die Entscheidung des Ethikrates und der beteiligten Verantwortlichen bezüglich der Teilnahme des Duos Kollegah/Farid Bang ist schäbig, feige und falsch und leistet mit ihrer Tragweite und öffentlichen Wahrnehmung Antisemitismus und Rechtsextremismus Vorschub“, sagte der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, gestern. Er erinnerte daran, dass heute weltweit der Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen wird. „Gerade an diesem Tag mutet der deutsche Beitrag zum Gedenken, so wie er sich beim Echo widerspiegelt, mehr als makaber an.“