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Bewerbungen für Weltkulturerbe-Liste
Deutschland stellt zwei Anträge bei der Unesco

Berlin/Paris. Frankreich: D-Day-Strände sollen Weltkulturerbe werden

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Montanregion Erzgebirge und das Augsburger Wassermanagement-System für das Unesco-Welterbe nominiert. Die Anträge seien als offizielle deutsche Bewerbungen dem Welterbezentrum der Unesco in Paris übergeben worden, teilte die KMK gestern mit. Das Komitee werde voraussichtlich im Sommer 2019 über die Aufnahme in die Welterbeliste entscheiden.


Bei der „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ handelt es sich um einen grenzübergreifenden Antrag von Deutschland und der Tschechischen Republik. 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite liegende Bestandteile – etwa Einzel­objekte, Gebäudegruppen, Bergbaulandschaften – repräsentierten die Gebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus.

Das historische System der Augsburger Wasserwirtschaft zeige mit einer Fülle von Objekten der Technik, Architektur, Industriearchäologie und bildenden Kunst von 1416 bis 1922, wie die Nutzung des Wassers in Augsburg organisiert wurde. Ein halbes Jahrtausend lang verfügte die Stadt damit über ein europaweit einzigartiges System der Wasserwirtschaft mit Pumpwerken, Kanälen, Wassertürmen und kunstvollen Brunnenanlagen, hieß es.



Frankreich will die D-Day-Strände der alliierten Landung in der Normandie zum Unesco-Weltkulturerbe erklären lassen. Das Pariser Kulturministerium teilte zur Begründung mit, die Strände trügen die Spuren eines „Kampfes für die Freiheit und den Frieden“. Am sogenannten D-Day, dem 6. Juni 1944, waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg im von Deutschland besetzten Frankreich gelandet.

Die Entscheidung über Neuaufnahmen in die prestigeträchtige Unesco-Liste trifft das Welterbe-Komitee. In ihm sind 21 Staaten vertreten, die von der Versammlung aller Mitglieder der Welterbe-Konvention gewählt werden.