| 21:04 Uhr

Buchpreis-Verleihung im Frankfurter Römer
Was die Jury an Buchpreis-Siegerin Mahlke rühmt

Frankfurt. (SZ) Am Vorabend der heute beginnenden Frankfurter Buchmesse wird traditionell der wichtigste deutsche Buchpreis verliehen: Er heißt denn auch genau so und zeichnet (das nach Einschätzung einer siebenköpfigen Fachjury) bedeutendste literarische Werk des Jahres aus.

Dass der Deutsche Buchpreis in diesem Jahr an Inger-Maria Mahlkes „Archipel“ ging (siehe unsere nebenstehende Rezension), darf man als handfeste Überraschung werten: Mahlke setzte sich unter anderem gegen namhafte Autoren wie Maxim Biller („Sechs Koffer“), Stephan Thome („Gott der Barbaren“) und Niko Haratischwili („Die Katze und der General“) durch, die mit ihr auf der zuletzt sechs Titel umfassenden Buchpreis-Shortlist standen.


Die Jury rühmte „die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“ Mahlke dankte in ihrer Preisrede der Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz, die der Holzbrinck-Konzern im September geschasst hatte. Mahlke gehörte zuvor bereits zu den Unterzeichnern eines Offenen Briefs an die Holzbrinck-Spitze, in der Laugwitz’ Ablösung vehement kritisiert worden war. Ihr Nachfolger wird der Autor und Journalist Florian Illies („Generation Golf“)