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Deutscher Buchpreis geht an Bodo Kirchhoff

Bodo Kirchhoff
Bodo Kirchhoff
Frankfurt. Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff (68) hat mit seinem Buch "Widerfahrnis" den diesjährigen Deutschen Buchpreis gewonnen. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern Abend in Frankfurt bekannt. Mit dem Preis, der mit 25 000 Euro dotiert ist, wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse die beste literarische Neuerscheinung des Jahres ausgezeichnet. dpa/epd

Das Buch sei "ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt", begründete die siebenköpfige Jury ihre Wahl. In dem Roman (erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt) bricht ein im Ruhestand lebender Verleger mit einer Zufallsbekanntschaft - der gleichaltrigen früheren Besitzerin eines Hutgeschäfts - zu einer spontanen Autoreise in den italienischen Süden auf. Das Liebespaar wird auf Sizilien mit der Flüchtlingskrise konfrontiert.

Kirchhoff wurde 1948 in Hamburg geboren und wuchs in Süddeutschland auf. Er studierte Pädagogik an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt und begann danach zu schreiben: Theaterstücke, Essays, Reportagen, Erzählungen und Romane.

Der Autor setzte sich gegen Reinhard Kaiser-Mühlecker ("Fremde Seele, dunkler Wald"), André Kubiczek ("Skizze eines Sommers"), Thomas Melle ("Die Welt im Rücken"), Eva Schmidt ("Ein langes Jahr") und Philipp Winkler ("Hool") durch. Die Finalisten erhalten je 2500 Euro. 2015 gewann Frank Witzel den Buchpreis mit "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969".