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Theater in Trier
Starker, schwungvoller Start fürs Trierer Theater

Trier. Neue Spielzeiten sind angebrochen: Der Ticketverkauf läuft fast doppelt so gut wie in der vorigen Saison.

Jubelnde Zuschauer, die gar nicht mehr aufhören wollen mit Klatschen, sind das eine. Nackte Zahlen das andere. Und die sahen in den vergangenen Jahren fürs Trierer Theater nicht gut aus. Doch das könnte sich nun ändern. Erste Auswertungen zeigen: Dem neuen Intendanten Manfred Langner scheint zu gelingen, was die Stadt sich von ihm erhoffte. Nicht nur künstlerisch, sondern auch in finanzieller Hinsicht.


Aus dem Controlling-Bericht, der dem Trierer Kulturausschuss heute vorgelegt wird, geht hervor, dass Theaterfans für die Produktionen der neuen Spielzeit bereits knapp 42 000 Tickets gekauft haben. Gesamtumsatz: rund 629 000 Euro (Stand 9. Oktober). Das sind fast doppelt so viele Karten wie zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Spielzeit: Zum 9. Oktober 2017 waren erst rund 23 800 Tickets für knapp 436 000 Euro weggegangen. Auch die Zahl der Abonnements ist um ein Viertel gestiegen: Aktuell sind es 2075. In der vergangenen Spielzeit waren es 1576. „Das ist das erste Mal seit Jahren, dass wir wieder über 2000 Abonnenten haben“, sagt Langner, der sich sehr über die Entwicklung freut.

Vier Premieren hat sein Haus in den vergangenen fünf Wochen gezeigt. „Alle sind sehr positiv aufgenommen worden“, sagt der Intendant. Beim Tanzstück „Zorbas“ seien die Zuschauer aufgesprungen und hätten minutenlang gejubelt. „Das ist schon etwas Tolles.“ Das Stück „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ ist so erfolgreich und so begehrt, dass sämtliche Abende im Studio bereits ausgebucht sind. Damit mehr Menschen in den Genuss kommen, wurde eine Vorstellung am 20. Dezember ins Große Haus verlegt. Ein Blick ins Buchungssystem (mit dem der Online-Kauf von Karten nun übrigens ein Kinderspiel geworden ist) zeigt: Auch für „Don Giovanni“, „Zorbas“ und „Piaf“ läuft der Vorverkauf sehr gut. Wer sicher sein will, Karten zu bekommen, sollte also nicht zu lange warten. Nur für das Schauspiel „Marx Bankett“ sind noch reichlich Plätze frei.



Oberbürgermeister Wolfram Leibe hatte in der vorigen Spielzeit das Ziel ausgegeben, wieder 100 000 Zuschauer ins Theater zu locken. Ein Ziel, das trotz eines deutlichen Aufwärtstrends mit 92 000 Zuschauern knapp verfehlt wurde. Wo will Langner hin? Wie viele Besucher möchte er jährlich haben? Eine Zahl nennt er nicht, denn: „Ich will ja immer mehr. Wir wollen eine nachhaltige Verbesserung der Zuschauerzahlen“, sagt der Intendant, der in Stuttgart 200 000 Besucher pro Jahr zählte.

Auch wenn es in Trier wohl niemals so viele werden: Es geht nach schwierigen Jahren und emotionalen Debatten über die Zukunft des Drei-Sparten-Hauses derzeit spürbar bergauf.