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Landes-Jugend-Symphonieorchester Saar (LJO)
Das Blümlein der Romantik blühte zaghaft

Saarbrücken. Das Landes-Jugend-Symphonieorchester Saar (LJO) ist in Saarbrücken mit Solist Fabrice Millischer aufgetreten. Von Helmut Fackler

Das Ergebnis seiner 73. Arbeitsphase hat das Landes-Jugend-Symphonieorchester Saar (LJO) am Samstag in der Congresshalle präsentiert. Vor viel politischer Prominenz gaben die festlich gekleideten Jugendlichen ihr Bestes unter der Leitung des jungen und zweckorientierten Dirigenten Joseph Bastian. Ralph Vaughan Williams hat zu Aristophanes‘ Komödie „Die Wespen“ eine Schauspielmusik geschrieben; eine Suite daraus wurde heiter, unkompliziert und überzeugend vorgestellt.


Der vor allem als Filmkomponist bekannte Nino Rota hat auch Werke für Bühne und Konzertsaal geschrieben – darunter ein Posaunenkonzert, in dem er kurz und knapp fetzige Motive und Rhythmen mit großer Geste verarbeitet. Solist Fabrice Millischer, vielfach preisgekrönt und Professor an der Hochschule für Musik Saar, zudem in Freiburg und Paris, blies seinen Part überlegen virtuos, das Orchester begleitete seinen Höhenflug solide und partiturgerecht.

Das änderte sich mit Robert Schumanns „Frühlings“-Sinfonie. Verständlich, dass die jungen Musiker auch die großen Sinfonien der Klassik und Romantik spielen wollen. Schwierig wird das nur, wenn die schon für Profis hohen technischen Anforderungen zu groß sind oder auch, wie hier, die Streicherbesetzung zu klein ist. Da zeigten sich die Grenzen des Möglichen. Die Dominanz der Bläser stellte die Partitur mitunter auf den Kopf. Die Hörner hätten gebändigt, die anderen Bläser und die Pauke passend zu den Streichern ausbalanciert werden müssen. Eine wesentliche Aufgabe des Dirigenten. So blühte das blaue Blümlein der Romantik nur zaghaft.

Die Zugabe ließ das vergessen: Edward Elgars Marsch „Pomp and Circumstances“, Englands Ersatz-Nationalhymne, wenn hier auch ohne Tuba. Vehementer Applaus.