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SR-Studiokonzert
Ausverkauftes SR-Funkhaus, dank Cole Porter

Saarbrücken. Cole Porter hat es geschafft: Das SR-Studiokonzert „Extra“ der Deutschen Radio Philharmonie im Funkhaus Halberg war am Donnerstagabend ausverkauft – ein Novum bei dieser Konzertreihe. Von Helmut Fackler

Lars J. Lange hatte dem Orchester Arrangements „auf den Leib“ geschrieben, stilsicher, in fantasievoller, üppiger Instrumentierung. Dorian Wilson erwies sich nicht nur als geschmeidig-modellierender und Rhythmus fordernder Dirigent, sondern auch als witzig-launiger Moderator, der aus dem Nähkästchen zu plaudern verstand und so das Publikum entzückte. Besonderes Entzücken galt auch der Sopranistin Juliane Banse, für die sich mit dieser Cole-Porter-Celebration ein Herzenswunsch erfüllte.


Dass ihr die Musical-Songs von Porter liegen, zeigte Banse etwa mit „I’ve got you under my skin“, „I love Paris“, „Miss Otis regrets“ oder „C’est magnifique“. Sie versuchte erst gar nicht, Ella Fitzgerald oder gar Bette Middler nachzuahmen, sie machte ihr eigenes Ding. Ihren klassischen Opern-Sopran versteckte sie nicht, zwang sich nicht zu rauchigen Intonationstrübungen, behandelte ihre Stimme nicht wie ein Blasinstrument. Swing-gemäße Artikulation und Synkopierung waren ihr zwar wichtig, aber nicht als Selbstzweck, die Ebene des „Schöngesangs“ verließ sie nie. Dabei war Sopranistin Banse durchaus auch ironisch-witzig, mitunter sogar ein bisserl lasziv oder gar erotisch angehaucht.

Zum Lockerwerden für Orchester und Publikum war die einleitende Konzertouvertüre über Melodien aus „Anything goes“ bestens geeignet; Gleichartiges aus „Kiss me, Kate“ gelang dem Orchester später swingend und facettenreich. Leonard Bernstein war zu Gast mit Ausschnitten aus „On the town“, rhythmisch vertrackte und brillant instrumentierte Tanzepisoden, ein schöner Gegensatz zu Cole Porter. Die Wogen der Begeisterung beim Publikum schlugen hoch. Und so waren denn Zugaben auch unausweichlich, die Dirigent Wilson zögerlich, aber letztlich doch bereitwillig, präsentierte: „Lets do it“, „So in love“ und als Rausschmeißer noch eine Episode aus Bernsteins „On the town“. Super!