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Chemnitzer „Online-Pranger“
Chemnitzer „Online Pranger“ von Kunstaktivisten vom Netz

Chemnitz. (epd/SZ) Der umstrittene „Onlinepranger“ zur Identifizierung von Teilnehmern rechter Aufmärsche in Chemnitz ist eingestellt worden. Das sich selbst als Kunstaktionsgruppe verstehende „Zentrum für Politische Schönheit“ erklärte, ihr neuestes Projekt sei in Wirklichkeit eine Falle für Rechtsextreme gewesen.

Neonazis hätten durch Namenseingaben in der Suchfunktion der Internetseite „Soko Chemnitz“ unwissentlich selbst Hinweise auf die rechte Szene geliefert. Am Montag hatten die Aktivisten zur Denunziation von „Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten“ in Chemnitz aufgerufen, wo der gewaltsame Tod eines Manns Ende August zu Demonstrationen rechter Gruppen geführt hatte.


Die umstrittene „Fahndung“ nach mutmaßlich Beteiligten an den rechten Ausschreitungen Ende August in Chemnitz hatte zuvor laut Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ angeblich Tausende Hinweise erbracht (wir berichteten). Die Künstler- und Aktivistengruppe hatte am Montag unter www.soko-chemnitz.de eine Internetseite freigeschaltet, auf der Fotos von mutmaßlichen Teilnehmern der rechten Demonstrationen sowie der Ausschreitungen in Chemnitz zu sehen waren. Auch deren Arbeitgeber sollten ausfindig gemacht werden.