| 20:50 Uhr

Festival „Au Grés du Jazz“ in La Petite Pierre
Bluesüberströmt, aber lucky im Krummen Elsass

La Petite Pierre. Der Wolkenbruch blieb zwar aus. Eine Regendusche am Vorabend und die Wettervorhersage aber legten es nahe, Lucky Peterson sein musikalisches Feuerwerk im Saal zünden zu lassen. Von Peter Michael Bitz

So wurde La Petite Pierres Centre Culturel, am Mittwoch ein Brutofen, zur Ersatzlocation des Festivals Au Grés du Jazz, das sonst seinen Charme unter freiem Himmel versprüht.


Der guten Laune tat der Umzug keinen Abbruch. Der Blues-, Jazz- und Soul-Zampano aus Buffalo traf den Nerv des Publikums im vollen Haus. Peterson und sein erstklassig besetztes Quartett, in dem Frankreichs Startrompeter Nicolas Folmer starke Szenen hatte, stellten den Abend unter das Motto „Tribute to Jimmy Smith“. Das Erbe dieses All Time Giant der Hammond Orgel wurde von Peterson in feurigen Reminiszenzen reflektiert, wobei der Klang seiner Hammond B3 zu voller Opulenz und Schönheit erblühte. Die Erwartungen löste Peter­son dennoch nur teilweise ein. Zum einen ist sein Orgelspiel viel grobschlächtiger als das des filigranen Jimmy Smith. Zum anderen geriet Smith bald aus dem Blick. Peterson profilierte sich lieber in seinen sonstigen Kernkompetenzen Rhythm & Blues, Soul und vor allem Blues. Das Festival im Krummen Elsass dauert noch bis 15. August. Vor allem die Pianisten Laurent de Wilde (12.8.) und Fred Hersch (14.8.) versprechen Sternstunden.