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Orgelreihe in Saarbrücken
16 Konzerte feiern Bachs Werk

Bach ist seine Leidenschaft: Der Organist Andreas Rotkopf.
Bach ist seine Leidenschaft: Der Organist Andreas Rotkopf. FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. Andreas Rothkopf spielt bis Juni 2019 alle Orgelstücke des Komponisten in vier Saarbrücker Kirchen.

Eigentlich ist Andreas Rothkopf gegen „diese Alles-Spielerei“, wie er sie nennt – gegen jene pedantischen Gesamtaufführungen von Werkkatalogen eines Komponisten. „Bach ist die einzige Ausnahme“, zieht der Saarbrücker Organist und Professor der Hochschule für Musik Saar (HfM) eine klare Trennlinie. Bei 16 Konzerten zwischen dem Neujahrstag 2018 und Juni 2019 bringt Andreas Rothkopf nun das Gesamtwerk für Orgel von Johann Sebastian Bach in vier Saarbrücker Kirchen zum Klingen: in Johanneskirche, Schlosskirche, Ludwigskirche und Stiftskirche.


Eine solche integrale Werkschau hat es, falls überhaupt, seit Langem nicht mehr in der Region gegeben. Veranstaltet wird die eintrittsfreie Reihe nahezu monatlicher Termine von der Stiftung Historische Musik. „Die Bedeutung von Bachs Orgelwerk ist einzigartig“, schwärmt Roth­kopf, „das Wichtigste, was für die Orgel geschrieben wurde. Den größten Teil der Stücke habe ich bereits gespielt, einige speziell für diesen Zyklus einstudiert“. Die „Reise ins Bach‘sche Orgeluniversum“ sieht der temperamentvolle Musiker als „Herausforderung und willkommenen Anlass, die Werke zu vertiefen und meine Interpretation zu vervollkommnen“ – die Noten seien „eine ständige Quelle der Inspiration“. Der glühende Bach-Verehrer preist „Vielfalt und Reichtum“ von dessen Orgelliteratur, die insgesamt rund 200 Choralbearbeitungen, Fantasien, Toccaten, Präludien, Fugen, Partiten, Triosonaten und Konzertbearbeitungen umfasst.

Rothkopfs Programme sind thematisch geordnet („Concerti und Sonaten“ oder „Präludien, Fugen, Choräle“ lauten Überschriften) und dem Kirchenjahr zugeordnet: Der Thomas-Kantor hat Werke zur Adventszeit, zu Weihnachten, zur Passion, zu Ostern und Pfingsten geschrieben, die nun bei jenen Anlässen zu hören sein werden. Und zwar am passenden Instrument und im entsprechenden Ambiente, verspricht Rothkopf: „Ich habe die Orgeln und Kirchen ausgewählt, die mir von ihrer Ästhetik am besten geeignet scheinen und dem barocken Klangideal entsprechen.“ So werde die kammermusikalische Seite der Orgelmusik am besten „an filigranen Instrumenten wie Schlosskirche und Ludwigskirche bedient“, so Roth­kopf: „Die monumentaleren Werke, die mehr Größe und Klangpracht benötigen, spiele ich in der Johanneskirche.“

Von selbst versteht sich bei einem integren Künstler wie Rothkopf, dass geschlossene Werkzyklen wie „Das Orgelbüchlein“, die 18 „Leipziger Choräle“ und die „Clavierübung III. Theil“ (die sogenannte „Orgelmesse“) zusammen gelassen werden. Als krönenden Abschluss präsentiert er sein (vom ihm bereits häufig gespieltes) Leib-und-Magen-Opus, Bachs letztes großes Werk: die „Kunst der Fuge“ (23. Juni 2019). „Die Kunst der Fuge hat für mich eine herausragende Bedeutung und soll in der Ludwigskirche erklingen, weil der Raum in Verbindung mit der Vollendung der Fugenkunst Bachs eine harmonische Einheit ergibt“.

An den Start des eineinhalbjährigen Mammutprojekts postiert Andreas Rothkopf jetzt am Neujahrsabend in der Johanneskirche (Motto „Toccaten und Sonaten“) sogleich das wohl berühmteste Orgelstück überhaupt: Bachs Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565).



Auftakt der Reihe: Neujahrstag (Montag, 1. Januar 2018), 17 Uhr, Johanneskirche in Saarbrücken. Eintritt frei. Infos gibt es unter www.stiftunghistorischemusik.de