Gallagher spendet Konzerteinnahmen Attentatsopfern

Manchester. Liam Gallagher, früherer Frontmann von Oasis, spielt kommende Woche in Manchester das erste Solo-Konzert seiner Karriere - und spendet sämtliche Einnahmen den Angehörigen der Opfer des Bombenanschlags. "Das Konzert hätte sowieso stattgefunden und wir alle müssen tun, was wir können", sagte der 44-Jährige. Es sei die Pflicht von Musikern wie ihm, den Menschen eine schöne Zeit zu bereiten. Der Bruder von Oasis-Songwriter Noel kündigte außerdem Auftritte in London, Glasgow und Dublin an. von Agenturmehr

Der Fortschritt, der aus der Kälte kam

Saarbrücken. Droht die Apokalypse? Oder darf man noch auf die Chance zu maßgeblicher Änderung unseres Denkens und Wirtschaftens hoffen: Was der Klimawandel bringt, bleibt etlicher Vorhersagemodelle zum Trotz letzthin Spekulation. Dass die Veränderung aber tiefgreifend ausfallen dürfte, kann kaum bezweifelt werden. Der Blick in die Geschichte wirkt da einmal mehr erhellend. Die letzte Eiszeit nämlich, eine gravierende Ausprägung des Klimawandels, liegt nicht tausende, sondern bloß 300 Jahre zurück. Von etwa 1570 bis 1700 herrschte eine kleine Eiszeit. Klirrendkalt wollten die Winter nicht weichen, die Sommer waren nass und kühl. "Die Welt war aus den Angeln" - so beschreibt es Philipp Blom in seinem aktuellen Buch. Der in Wien lebende Historiker und Schriftsteller skizziert darin die massiven Folgen dieses Klimawandels. Auf Europa fokussiert, dafür aber umso facettenreicher. von Oliver Schwambachmehr

Sieht aus wie Baumaterial – und kann nach der Ausstellung in der Saarbrücker Stadtgalerie auch als solches verwendet werden. Russel Maltz schafft gewissermaßen auch Kunst auf Zeit.Foto: useo de los Pintores Oaxaquenos, Oaxaca, Mexiko

Ist das Kunst – oder kann das weg?

Saarbrücken. Ein Umbau in der Stadtgalerie? Im Innenhof stapelt sich Baumaterial. Merkwürdig nur, dass einige Rohre, Latten und Steine neongelb leuchten. Und drinnen geht es weiter. In einem der hinteren Räume ein ähnliches Bild, nur dass es hier grelles Pink ist. Ist das Kunst oder kann das weg? Beides sind Werke des US-Amerikaners Russell Maltz und tatsächlich können die nach Ausstellungsende weg. Der Abbau und die anschließende Verwertung als Baumaterial ist Teil des Konzeptes. Maltz sieht sich als Maler und seine Arbeiten als temporäre künstlerische Interventionen im (öffentlichen) Raum. von Bülent Gündüzmehr

Sasha Waltz lädt Stijn Celis nach Berlin ein

Saarbrücken. Star-Choreografin Sasha Waltz, die 2019 zusammen mit Johannes Öhman Nacho Duarto als Leitung des Staatsballetts Berlin an der Deutschen Oper ablösen wird, hat den Saarbrücker Ballett-Direktor Stijn Celis mit einer seiner älteren Choreografien für die Spielzeit 2018/19 nach Berlin eingeladen. Das teilte das Saarländische Staatstheater gestern mit. In der Spielzeit 2017/18 ist Celis außerdem zu Gast beim Ballett des Theaters Basel, wo er eine überarbeitete Fassung seines Ballett "Schwanensee" einstudiert, das er 2006 am Theater Bern herausbrachte. Im Dezember 2017 wird Stijn Celis am Gärtnerplatztheater München ein Stück für die Reihe "Minutemade" kreieren. von redmehr

Theater lädt zu Diskussion über Pommerat-Stück

Saarbrücken. Die Inszenierung von Joël Pommerats Stück "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon", die als letzte Schauspielpremiere der Ära Schlingmann vergangenen Samstag in der Alten Feuerwache lief, wird umbenannt. Das teilte das Staatstheater (SST) mit. Joël Pommerats deutscher Verlag habe vom Staatstheater eine Titeländerung gewünscht mit der Begründung, dass sich Teile der Inszenierung zu weit von der Textvorlage entfernten. Daher wird das SST die noch folgenden neun Vorstellungen unter dem Titel "Allons, enfants - Bearbeitung nach dem Theaterstück La Révolution #1 - Wir schaffen das schon" spielen. Zudem lädt das Staatstheater am Sonntag um 11 Uhr im Mittelfoyer zu einem Gespräch mit der Generalintendantin Dagmar Schlingmann, der Chefdramaturgin Ursula Thinnes, Dramaturgin Bettina Schuster-Gäb und anderen ein. Die Kritiken über das Stück waren sehr unterschiedlich ausgefallen - von "intelligenter Theaterabend" (Nachtkritik) bis "Bruchlandung" (SZ). Dagmar Schlingmann sieht und begrüßt daher "ein Bedürfnis nach Austausch". von redmehr

Festival ,,Orgel ohne Grenzen” beginnt morgen

Saarbrücken. Das internationale Musikfestival "Orgel ohne Grenzen" wird morgen in der Basilika St. Johann in Saarbrücken eröffnet. Dort singt im Hochamt um 10 Uhr der Chor der Basilika St. Johann Saarbrücken die Missa in C-Dur von Charles Gounod. Um 17 Uhr eröffnet Basilikakantor und Festivalleiter Bernhard Leonardy die Reihe mit einem Orgelfeuerwerk berühmter Werke der Romantik von Franz Liszt, Leon Boëllmann oder Jules Massenet. Bis 7. Januar gibt es rund 70 Konzerte nicht nur im Saarland, sondern auch im benachbarten Frankreich (viele in Metz), aber auch in Berlin, Leipzig, Mainz und sogar eine Orgelreise nach Budapest. Namhafte Organisten sind dabei, darunter der "Organist of the year" Fabien Chavrot aus Paris (Montmartre). von redmehr

Uraufführungen in Maximallautstärke

Saarbrücken. Die Deutsche Radio Philharmonie warb in der 7. SR-Matinée am Wochenende in der Congresshalle für "Neue Musik". Sie hätte Oropax erfordert, etliche Musiker waren wohl damit versorgt. Zwei Uraufführungen unterschieden sich kaum in der Maximallautstärke, jedoch im Strickmuster. Claude Lenners' "Fluctuat nec mergitur" (Schwanken, aber nicht untergehen) ließ "Klangräume schwanken". Klangfetzen jagten sich, wildes Instrumentalgetümmel, endlose Fortissimi. Sportlich von den Blechbläsern abgearbeitet, von den Perkussionisten angeheizt. von Helmut Facklermehr

Jubel und Appelle: Vergabe des Jugendliteraturpreises

Saarbrücken. Juror Stefan Hauck, Redakteur des Börsenblatts, konnte nicht mal den ersten Satz seiner Laudatio beenden: Seine Worte gingen im brandenden Jubel der Gäste unter. Allein 60 Schüler(innen) drängelten sich am Freitagmorgen in der Saarbrücker Staatskanzlei, wo festliche Stimmung herrschte: Zum fünften Mal verliehen die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse und die Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit den Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis, ausgelobt diesmal in der Kategorie Jugendbuch. Nominiert waren je sechs Autoren aus Deutschland und Frankreich. von Kerstin Krämermehr

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Neues Album von Erasure: Unsere Welt dreht durch

Saarbrücken. Am Ende wird dann doch die Tanzfläche bedient: Das etwas schlagerhaft stampfende "Just a little love", das der Welt in ihrem Lauf ein bisschen mehr Liebe wünscht, ist eine jener Nummern, mit denen man Erasure gerne verbindet. Doch die meisten der zehn Stücke von "World be Gone", dem auch schon 17. Album des englischen Duos, sind ruhiger, melancholischer. Es sei eben schwer, bei dieser Weltlage fröhliche Tanzhymnen zu schreiben, sagt Komponist Vince Clarke. Entsprechend singt Kollege Andy Bell mehr als einmal davon, dass unsere Erde den Verstand verliert. Das ist nun keine neue These - aber Erasure verkünden sie zumindest nicht mit der pompösen Geste mancher Kollegen: wie die Weggefährten Depeche Mode etwa, die in einem aktuellen Stück gerade fragen, wo denn die große Revolution bleibt - und jenes Stück dann an die gegenseitige Telekom-Werbung verkaufen. von Tobias Kesslermehr

Höhepunkte der kommenden DRP-Saison

Saarbrücken. (oli) Das erste große Konzert der DRP in der kommenden Saison gebührt natürlich dem neuen Chefdirigenten: Pietari Inkinen eröffnet am 10. September mit einer Matinée die Spielzeit in der Saarbrücker Congresshalle (am 8. September bereits in Kaiserslautern). Und zwar mit Alban Bergs Violinkonzert (Solistin: Carolin Widman), Beethovens Sinfonie Nr. 4 und der Uraufführung von Einojuhani Rautavaaras "In the beginning". Eine Verbeugung vor dem 2016 verstorbenen finnischen Komponisten und Landsmann Inkinens. Auch die erste Soirée, am 29. September, erinnert an einen Großen. Im Februar starb Stanilas Skrowaczweski, langjähriger Ehrendirigent der DRP. Inkinen wird ihm zu Ehren Bruckners 9. Sinfonie dirigieren. mehr

Star-Choreograf Volpi muss Stuttgart verlassen

Stuttgart. Das Stuttgarter Ballett trennt sich zum Ende dieser Spielzeit überraschend von seinem erfolgreichen Haus-Choreografen Demis Volpi. "Demis Volpi ist ein großartiger Theatermacher und feinfühliger Geschichtenerzähler. Hier, eher als in der Choreografie, sehe ich seine wahre Begabung", teilte Intendant Reid Anderson gestern mit. Erst vor gut einer Woche hatte Volpi (31), seit 2013 Haus-Choreograf, mit einer Inszenierung der Oper "Der Tod in Venedig" von Benjamin Britten einen Triumph gefeiert. Es handele sich um eine künstlerische Entscheidung, nicht um eine Sparmaßnahme, hieß es. von Agenturmehr