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Soulsängerin
Fans nehmen Abschied von Aretha Franklin

Der Sarg mit dem Leichnam der US-Sängerin Aretha Frankling trifft am Charles H. Wright Museum ein, wo Franklin zwei Tage öffentlich aufgebahrt liegen wird.
Der Sarg mit dem Leichnam der US-Sängerin Aretha Frankling trifft am Charles H. Wright Museum ein, wo Franklin zwei Tage öffentlich aufgebahrt liegen wird. FOTO: dpa / Kimberly P. Mitchell
Zu Lebzeiten galt Franklin als Königin des Soul. Ihre Fans verehren sie nach ihrem Tod tatsächlich wie eine Monarchin. Vor ihrer Beisetzung liegt sie zwei Tage öffentlich aufgebahrt im Charles H. Wright Museum.

Viele Menschen haben in einem Museum in Detroit Abschied von der verstorbenen Soul-Sängerin Aretha Franklin genommen. Trauernde weinten, bekreuzigten sich, senkten ihren Kopf oder warfen eine Kusshand, als sie sich am Dienstag dem offenen goldenen Sarg im Charles H. Wright Museum of African American History näherten. Zu hören waren Gospelmusikaufnahmen der Gestorbenen, deren Körper ganz in rot gekleidet war. Der Sarg war von Rosen in verschiedenen Farben flankiert.


Kelly Major Green vom Exekutivausschuss des Museums sagte, das Ziel sei es gewesen, ein Umfeld zu schaffen, das einer Kirche ähnele, dem Ort, an dem Franklins Karriere begonnen habe. Hunderte Menschen stellten sich am Dienstagmorgen an, um Franklins Leichnam zu sehen. Viele waren aus Detroit, andere reisten aus Las Vegas und Miami in die Stadt.

Tammy Gibson aus Chicago sagte, sie sei am frühen Morgen eingetroffen. Es sei zwar ein trauriger Augenblick, doch die Trauernden feierten die Verstorbene auch. Einige tanzten und sangen Franklins Hit „Freeway of Love“. „Sie ist gestorben, aber ihr Erbe und ihre Musik werden ewig leben“, sagte die 49-Jährige.



Paula Marie Seniors, Dozentin an der Universität Virginia Tech, sagte, die Kulisse für die Aufbahrung des Sargs am Dienstag und Mittwoch könnte nicht besser passen. Franklin werde „fast wie eine Königin in einem der wichtigsten schwarzen Museen in den Vereinigten Staaten geehrt“, sagte Seniors.

Franklin war am 16. August im Alter von 76 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. In dem Museum war bereits die Bürgerrechtsikone Rosa Parks nach ihrem Tod 2005 aufgebahrt worden. Franklins Nichte Sabrina Owens sagte der Nachrichtenagentur AP, der Sängerin sei es wichtig gewesen, auch selbst an diesem Ort aufgebahrt zu werden. Die Beerdigung ist für Freitag geplant.

(ubg/dpa)