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Herbert Grönemeyer
„Diejenigen, die Seenotrettung in Frage stellen, gehören vor Gericht“

Herbert Grönemeyer spielt auf dem Open-Air-Musikfestival "Jamel rockt den Förster". Das Festival, das sich als Veranstaltung gegen Rechtsextremismus und für Toleranz versteht, findet in diesem Jahr zum 12. Mal statt.
Herbert Grönemeyer spielt auf dem Open-Air-Musikfestival "Jamel rockt den Förster". Das Festival, das sich als Veranstaltung gegen Rechtsextremismus und für Toleranz versteht, findet in diesem Jahr zum 12. Mal statt. FOTO: dpa / Danny Gohlke
Herbert Grönemeyer hat beim Musikfestival in Jamel seinen Überraschungsauftritt genutzt und politisch sowie gesellschaftlich deutlich zum Thema Flüchtlingsrettung Stellung bezogen.

Der Musiker hat nach eigenen Worten in 62 Jahren noch keine Zeit erlebt, in der laut zu sein so wichtig war. „Das Land ist nervös, die Zeiten sind nervös und wir müssen lernen, Haltung zu zeigen, den Mund aufzumachen und laut zu werden, richtig laut zu werden, damit die rechte Szene merkt: Das ist hier nicht gewollt“, sagte Grönemeyer am Freitagabend als Überraschungsgast des Musikfestivals in Jamel (Mecklenburg-Vorpommern). Bei dem Festival treten Künstler auf, um gezielt Engagement gegen Neonazis zu zeigen.


Grönemeyer äußerte sich auch zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und Widerständen dagegen: „Es kann nicht sein, dass man darüber debattiert, ob man Menschen, die in Lebensgefahr schweben, rettet. Das muss man sich mal vorstellen im Kopf, wo wir gelandet sind!“ Dass darüber überhaupt diskutiert werde, halte er für ein Verbrechen, und diejenigen, die die Seenotrettung in Frage stellten, gehörten vor Gericht. „Ist mir wurscht, wer das ist, ob das ein Teil der Bundesregierung ist. Nur weil sie in der Bundesregierung sind, heißt das ja nicht, dass sie alle ganz klar im Kopf sind.“

Als erste hatten die Toten Hosen mit ihrem spontanen Gastspiel 2016 dem Festival „Jamel rockt den Förster“ in Jamel bundesweite Aufmerksamkeit beschert. Im Jahr darauf spielten Die Ärzte auf der Bühne hinter dem Forsthaus. Die Initiatoren Birgit und Horst Lohmeyer halten die Namen der Bands bis zu den Auftritten geheim, um den politischen Charakter des Festivals zu stärken, wie sie sagen.



(felt/dpa)