| 21:05 Uhr

Kammermusiktage in Mettlach
Musik mit viel Sturm und Drang

Das Diogenes-Quartett.
Das Diogenes-Quartett. FOTO: Kammermusiktage / Verschiedene
Mettlach. Das Diogenes-Quartett hat bei den Kammermusiktagen in Mettlach begeistert.

Schon die ersten Takte von Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett G-Dur, KV 387 ließen am Sonntag aufhorchen. Da wurde vom Diogenes-Quartett nicht zimperlich „gemozärtelt“, sondern saftig, mit großem Ton und weitgespannter Dynamik musiziert. Ein Glücksfall für die Kammermusiktage Mettlach, denn so viel Musizier-Leidenschaft und emotionale Beredsamkeit war im Refektorium der Alten Abtei schon lange nicht mehr zu hören. Mit dieser konzentriert gearbeiteten Musik stellte sich Mozart an die Seite des verehrten Joseph Haydn, der ihn „vor gott“ als den größten „Componist“ mit „geschmack und größter Compositionswissenschaft“ bezeichnet hatte.


Sturm und Drang und somit eine neue Dramatik des musikalischen Dialoges fand bei den Geigern Stefan und Gundula Kirpal, der Bratschistin Alba Gonzàles i Beccerra und dem Cellisten Stephen Ristau stimmigen, ja einstimmigen Ausdruck. Das setzte sich fort in Hugo Wolfs „Italienischer Serenade“, einer Ständchen-Szene, federnd leicht bis heißblütig, aber immer leidenschaftlich geerdet präsentiert.

Szenenwechsel dann mit Franz Schuberts d-moll-Quartett, das seinen Beinamen nach der Gedichtvertonung von „Der Tod und das Mädchen“ von Matthias Claudius erhalten hat. Intensiver kann man das eröffnende Allegro kaum spielen. Mehr Spannungsbreite im zentralen Andante, den Titel-Liedvariationen, ist kaum denkbar. Nach dem wuchtigen Scherzo mit Bezug auf die Liedvorlage folgte das voran treibende, nervös-intensive Totentanz-Finale mit einer sich schier überschlagenden Prestissimo-Stretta.



Wer das so überzeugend eindrucksvoll nachempfinden kann wie dieses Streichquartett, gehört zur Spitze. Auch das sanfte Nachkonzert mit einem posthumen Schubert-Andante konnte das nur bestätigen. Ein einmaliges Erlebnis.

Weitere elf Kammermusik-Konzerte gibt es bis 9. September. Infos unter:
www.musik-theater.de