| 20:36 Uhr

Musical „Lazarus“ von David Bowie erstmals in Deutschland
Düsseldorf zeigt Bowie-Musical über das Sterben

Düsseldorf. New York, London und jetzt Düsseldorf: Rund zwei Jahre nach dem Tod von David Bowie ist der musikalische „Abschiedsgruß“ des großen Popstars in Deutschland angekommen. Bowies einziges Musical „Lazarus“ feierte am Samstagabend eine minutenlang umjubelte deutsche Erstaufführung – und das auf einer Baustelle.

New York, London und jetzt Düsseldorf: Rund zwei Jahre nach dem Tod von David Bowie ist der musikalische „Abschiedsgruß“ des großen Popstars in Deutschland angekommen. Bowies einziges Musical „Lazarus“ feierte am Samstagabend eine minutenlang umjubelte deutsche Erstaufführung – und das auf einer Baustelle.



Obwohl das Schauspielhaus wegen einer Großsanierung geschlossen ist, war es dem umtriebigen Intendanten Wilfried Schulz gelungen, die deutschen Erstaufführungsrechte nach Düsseldorf zu holen. Und so musste sich das Premierenpublikum erst einmal den Weg vorbei an einer monströsen Baugrube zum Hintereingang bahnen, bevor es mit Bowies Welthits wie „Life on Mars“, „Heroes“ oder „Absolute Beginners“ belohnt wurde.

Theater wäre nicht Theater ohne einen Coup. Der kam allerdings völlig ungeplant aus dem weit entfernten Wien – und richtete sich gegen den „Lazarus“-Regisseur Matthias Hartmann, ehemals Intendant des Wiener Burgtheaters. Wenige Stunden vor der von einem großen Medienecho begleiteten „Lazarus“-Premiere wurde ein offener Brief von Hartmanns ehemaligen Mitarbeitern publik, in dem sie ihm vorwerfen, in seiner Amtszeit von 2009 bis 2014 eine „Atmosphäre der Angst“ geschaffen zu haben. Im Fahrwasser der „#MeeToo“-Debatte ist da von Sexismus und Machtmissbrauch die Rede. Hartmann spricht von einem „gezielten Angriff“ auf die Düsseldorfer Premiere. Das Premierenpublikum  feierte das „Lazarus“-Team inklusive Regisseur trotzdem.