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Jazz-Konzert im Jules Verne
Die Kosmopoliten mischen viele Musikstile

Sechs Musiker aus mehreren Ländern: Das „Cosmopolitan Sextet“.
Sechs Musiker aus mehreren Ländern: Das „Cosmopolitan Sextet“. FOTO: Cosmopolitan Sextet
Saarbrücken. Jazz trifft Klassik, Pop und World Music: Junges „Cosmopolitan Sextet“ stellt erste CD bei zwei Konzerten vor. Von Stefan Uhrmacher

Gerade möchte man von pop-orientierten Tableaus mit Klassik-Touch sprechen und die Schublade kontemplativer Klangwelten öffnen, da kommt swingender Jazz um die Ecke, oder das Ensemble sammelt sich zu Foklore-getränkten Sounds verschiedenster Couleur. Grenzen zwischen Genres und Kontinenten kennt die Musik des „Cosmopolitan Sextet“ nicht. Der gemeinsame Nenner ist Konzept – das fängt bei der Besetzung an. Vor fünf Jahren traf der heutige Combochef Rick-Henry Ginkel, ein junger Jazzgitarrist und Komponist aus Neunkirchen, bei einer Jamsession in Saarbrücken den aus der Ukraine stammenden Oboisten Stanislav Zhukovskyy (auch English­Horn, Duduk; zurzeit Graz). „Wir jammten, probten, spielten eigene Stücke – dann kam die Idee einer größeren Besetzung“, erzählt Ginkel.



Heute spielen in dem Sextett ferner Stanislavs Bruder Anton Zhukovskyy (Percussion, Synthesizer; derzeit Mainz), der aus Equador stammende Juan Sebastian Arauz (Klavier; Saarbrücken), der gebürtige Italiener Gabriele Basilico (E- und Kontrabass; Saarbrücken) und der Neunkircher Fabian Künzer (Schlagzeug; zurzeit Köln) – sie sind Studenten und Ex-Studenten der Saar-Musikhochschule (HfM), klassisch und jazztechnisch ausgebildet und bringen mannigfaltige Einflüsse mit.

Kaum verwunderlich, dass sich der Sechser „auf keinen Fall auf einen Stil begrenzen will“, unterstreicht Ginkel: „Einige Stücke klingen nach Bebop, andere eher funky, oder haben Latin-Charakter. Es gibt Kompositionen, die viele als World Music bezeichnen würden, und Stücke, in denen verschiedene Stile gleichzeitig vorkommen.“ Nach Auftritten im Saarland (u. a. Jazzfestivals Saarbrücken, St. Ingbert) möchten die Kosmopoliten – nomen est omen – auch überregional konzertieren: „Ziel ist, unsere Musik einem großen Publikum weltweit zu präsentieren“, sagt Ginkel. Bevor eine bereits angedachte neue Scheibe in Angriff genommen wird, gilt es nun freilich, die offiziell bereits im Frühjahr 2016 veröffentlichte erste CD „Cosmopolitan“ live vorzustellen. Wegen einer Erkrankung von Harald Haerter, Chef des Schweizer Labels Unit Records, verschoben sich die „Release“-Termine um zwei Jahre, bedauert Rick-Henry Ginkel.

Der ebenso abwechslungsreiche, kunstfertige wie süffige Jazz-Klassik-Pop-World-Mix des Debüt-Albums sollte jedenfalls genügend geneigte Genießer finden. Zudem darf man bei den Konzerten auf den aktuellen Stand der Dinge gespannt sein, nicht nur im Hinblick auf die inzwischen auf zwei Positionen geänderte personelle Aufstellung. Rick-Henry Ginkel: „Unsere Musik verändert sich ständig. Was bleibt, ist Offenheit gegenüber allen Musikstilen.“

Das „Cosmopolitan Sextet“ spielt zwei Konzerte anlässlich der Veröffentlichung der CD „Cosmopolitan“ (Unit Records): Am Freitag, 9. Februar, 19.30 Uhr, Christian-von-Mannlich-Gymnasium Homburg (Hiltebrandtstr. 1) und am  Dienstag, 13. Februar, 20 Uhr, Jules Verne (Mainzer Str. 39, Saarbrücken) Karten beim Musikhaus Knopp in Saarbrücken und im Jules Verne.