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Kunstaktion zur Berliner Mauer
Prominente Unterstützung für Mauer-Projekt

Berlin. Künstler fordern die Berliner Behörden auf, die temporäre Abriegelung für die Kunstaktion zu genehmigen.

Das umstrittene Kunstprojekt „DAU Freiheit“ mit dem Wiederaufbau einer Mauer in Berlin erhält prominente Unterstützung. In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem die Schauspieler Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres für die Pläne aus. Auch die Regisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky haben die Resolution unterzeichnet.


Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Besucher können „Visa“ kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben. Kern des Kunstprojektes ist ein Film des Regisseurs über den sowjetischen Physiker und Nobelpreisträger Lew Dawidowitsch Landau (1908-1968). „Dau“ steht dabei kurz für Landau. Das Kunstprojekt samt Sperrungen, die genehmigt werden müssen, wird sehr kontrovers diskutiert. Kulturschaffende erinnert das mittlerweile an eine Berliner Provinzposse zwischen Kunstfreiheit und Hetzkampagne. „Eine Stadt, die gefühlt jede zweite Woche für irgendein Event teilweise abgesperrt wird, wird auch das DAU-Projekt verkraften“, so der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates Olaf Zimmermann. „Dieses Projekt DAU, das alle (...) neugierig und aufgeregt macht, wollen wir sehen und zwar in Berlin“, heißt es auch in der Erklärung der Schauspieler und Kulturschaffenden.