Krieg, Frieden, Kunst: Das internationale Projekt „Transit-Zone“ in Saarbrücken

Krieg, Frieden, Kunst: Das internationale Projekt „Transit-Zone“ in Saarbrücken

Eine Woche lang haben sich in Otzenhausen 25 junge Erwachsene aus Deutschland, Frankreich, Montenegro und Kroatien mit dem Krieg beschäftigt. Die Ergebnisse kann man morgen in Saarbrücken sehen.

Anlass für das Kunstprojekt war ein Jubiläum. "Wir feiern dieses Jahr ja 70 Jahre Frieden in Europa", erklärt Daniel Horst, Bildungsreferent der Akademie Otzenhausen. Doch gibt es 2015 wirklich Grund zu feiern? Die Pariser Anschläge verleihen der Frage zusätzliche Aktualität. Was bedeutet Krieg, was Frieden, auf persönlicher wie gesellschaftlicher Ebene?

Die Zusammensetzung der 25-köpfigen Gruppe steht für unterschiedliche Perspektiven. "Die jungen Deutschen und Franzosen kennen den Krieg nur aus dem Fernsehen, einige der jungen Montenegriner und Kroaten haben Krieg in ihrer Kindheit noch mitbekommen, der Frieden von Srebenica liegt ja erst 20 Jahre zurück", sagt Horst. Mit einen reinen Seminar zur politischen Bildung sind junge Leute heute aber schwer zu locken, weiß er. Deshalb verbinde man die politische Bildung mit einem künstlerisch-kreativen Projekt. Aus ihren Fragen und Positionen entwickeln die Teilnehmer künstlerische Installationen, die morgen in einem Kunstparcours im Saarbrücker Club-Gelände Römerkastell zu erleben sind.

Noch ein weiterer Aspekt mache die gemeinsame Arbeit so spannend, so "multiperspektivisch", so Horst: Die Hälfte der Projektteilnehmer seien zivilgesellschaftlich aktiv, engagierten sich zu Hause in Vereinen und Organisation, die andere Hälfte seien Künstler, Fotografen etwa oder auch Figurentheater-Spieler.

Neben François Schwamborn und Wenwei Fei, zwei Absolventen der Saarbrücker Kunsthochschule, die die Gruppe betreuen, werden sich weitere Künstler zum Projekt "Transit-Zone" gesellen: Joel Becks & Das Nathan Birnbaum Trio, Poetry-Slammer aus Saarbrücken und Reims, Tänzer aus Pirmasens und die Redner mit einer Multimedia-Installation. Eines sei sicher, sagt Horst: Die Besucher würden an diesem Abend nicht mit Antworten nach Hause gehen, sondern mit Fragen.

Morgen ab 21 Uhr im Römerkastell (Lyonerring, Sb).