Krasse Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen

Krasse Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen

Berlin. In den alten Bundesländern ist der Lohnunterschied zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern im Ganztagsjob fast sechs Mal größer als in den neuen Bundesländern. Wie aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, verdienten Frauen im Westen Ende des Jahres 2010 monatlich rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen

Berlin. In den alten Bundesländern ist der Lohnunterschied zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern im Ganztagsjob fast sechs Mal größer als in den neuen Bundesländern. Wie aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, verdienten Frauen im Westen Ende des Jahres 2010 monatlich rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Osten lag der Lohnunterschied nur bei vier Prozent. Auf ganz Deutschland bezogen erhielten Frauen im Schnitt rund ein Fünftel (21 Prozent) weniger als Männer.Die Gewerkschaften wollen deshalb heute am sogenannten Equal Pay Tag, dem internationalen Aktionstag für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, auf einer Kundgebung in Berlin gegen die Lohnungleichheit Druck machen.

Nahezu gleich verdienten Frauen und Männer im Land Brandenburg. Dort betrug die Differenz lediglich ein Prozent. Dagegen wies Hessen mit einer Lohnspreizung von 20 Prozent unter den alten Bundesländern den besten Wert aus. Besonders krass war die Lohndifferenz in Bremen und Baden-Württemberg mit jeweils 27 Prozent. Im Saarland sind es 26 Prozent.

Nach Einschätzung von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock sind die deutlich geringeren Lohnunterschiede im Osten nicht zuletzt auf die gute öffentliche Kinderbetreuung zurückzuführen. "Das besser ausgebaute Angebot an Kinderbetreuung in den ostdeutschen Bundesländern ermöglicht den Frauen dort, ihre Berufstätigkeit schneller wieder aufzunehmen und zwingt sie seltener, in Teilzeit zu verharren", sagte Sehrbrock Dies wirke sich positiv auf die Einkommen erwerbstätiger Frauen aus und trage zur Überwindung der Entgeltlücke bei. vet