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Fit im Alter
Körperliche Aktivität verhindert frühe Gebrechlichkeit

Ein körperliches Training führt selbst bei alten Menschen zu erstaunlichen Erfolgen. Das Aufstehen und Gehen fallen deutlich leichter.
Ein körperliches Training führt selbst bei alten Menschen zu erstaunlichen Erfolgen. Das Aufstehen und Gehen fallen deutlich leichter. FOTO: Robert Kneschke/ Fotolia
Stuttgart. Ärzte raten älteren Menschen, regelmäßig Balance und Kraft zu trainieren, um die Sturzgefahr zu verringern. Spaziergänge steigern die Gangsicherheit.

(ml) Ab dem 50. Lebensjahr nehmen Balance-Fähigkeit, Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit spürbar ab. Daher steigt mit zunehmendem Alter das Risiko, zu stürzen und sich dabei zu verletzen. Senioren können dem jedoch entgegenwirken: mit gezieltem Training von Kraft und Balance.


„Um Verletzungen durch Stürze zu vermeiden, ist es wichtig, auch im Alter eine gute körperliche Fitness zu erhalten. Schon mit einem einfachen Gleichgewichts- und Krafttraining kann die Sturzgefahr erheblich gemindert werden“, erklärt Professor Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Geriatrie am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart. „Häufige Stürze verursachen auch hohe Kosten für Operationen und anschließende Rehabilitation. Maßnahmen zur Prävention wirken sich also nicht nur positiv auf die individuelle Lebensqualität aus, sondern entlasten auch das Gesundheitssystem.“

Generell ist jede Art von Aktivität und Bewegung sinnvoll, auch wenn es sich dabei nicht um ein spezielles Training handelt. „Entscheidend ist es, aktiv zu bleiben“, sagt Professor Dr. Ulrich Liener, Leiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhospital Stuttgart. „Wer sicher auf den Beinen ist, fällt nicht so schnell hin.“



Nach Ansicht der Experten sind je nach Fitness-Zustand bereits regelmäßiges Spazierengehen, Wandern und Treppensteigen hilfreich. Beim Zähneputzen auf einem Bein zu stehen, ist eine gute Balance-Übung, wiederholt gegen eine Wand zu drücken (Wandliegestütz), dient der Kräftigung. Auch regelmäßiges Kegeln, Tanzen und Boule-Spielen seien ein gutes Training. Um die gewünschte Wirkung zu erreichen, sollten ältere Menschen zwei- bis dreimal pro Woche trainieren, entweder zu Hause oder in einer Gruppe im Verein oder Studio.

Senioren sollten allerdings auch Warnzeichen ernst nehmen, die auf eine erhöhte Sturzgefahr hindeuten. Dazu zählen Beeinträchtigungen des Seh- und Hörvermögens sowie Schwindel im Alltag. Treten solche Probleme auf, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie stellt auf ihrer Internetseite weitere Informationen zum gesunden Altern zur Verfügung. Dazu zählt die Broschüre „Das Übungsprogramm – Fit und beweglich im Alter“ mit einem ausführlichen Übungsplan samt Übungstagebuch. Sie kann aus dem Internet geladen werden.

Eine weitere Broschüre trägt den Titel „Gleichgewicht & Kraft – Einführung in die Sturzprävention“. Sie ist ebenfalls im Internet zu finden.