Kontrakte, Träume und Manipulationen

Kontrakte, Träume und Manipulationen

"Mann ist Mann"Galy Gay ist ein Mann, der nicht nein sagen kann. Eigentlich will er nur einen Fisch kaufen, doch am Ende des Stückes hat er sich komplett verwandelt: in einen Soldaten, eine mordende Kampfmaschine. Doch er zählt zu den Gewinnern, weil er, aufgelöst in der anonymen Masse, eine gefährliche Schärfe gewinnt

"Mann ist Mann"Galy Gay ist ein Mann, der nicht nein sagen kann. Eigentlich will er nur einen Fisch kaufen, doch am Ende des Stückes hat er sich komplett verwandelt: in einen Soldaten, eine mordende Kampfmaschine. Doch er zählt zu den Gewinnern, weil er, aufgelöst in der anonymen Masse, eine gefährliche Schärfe gewinnt. Christoph Diem wird mit Brechts frühem Stück "Mann ist Mann" am Samstag, dem 14. November in der Alten Feuerwache das große Schauspielpremierenwochenende eröffnen. Noch ist Brecht kein lehrhafter Didaktiker, sondern ein gewitzter Manipulator: Jede These wird im nächsten Bild in ihr Gegenteil verkehrt. Die Mechanik des Stückes funktioniert wie allerbestes Kasperletheater und führt geradezu lustvoll, frei von jeglicher moralischen oder politischen Bewertung zu der Überlegung, ob es diese fragwürdige und geldgeile Krämerexistenz nicht sogar wert ist, dass man sie umbaut? Das Bühnenbild ist von Isabelle Kittnar, die Kostüme von Dorothee Scheiffarth."Die Kontrakte des Kaufmanns" Was macht den Wert oder Unwert eines Menschen aus? Schon vor dem weltweiten Börsencrash hat sich Elfriede Jelinek mit dem Wertesystem des Kapitalismus beschäftigt. In einer ihrer typischen Textflächen ätzt die Nobelpreisträgerin gegen die Zockermentalität der Banken und deren maßlose Versprechen sowie die maßlose Gier der Kleinanleger, die diesen Versprechungen blindlings gefolgt sind. Am Ende steht der Kollaps eines wahnwitzigen Geldvermehrungssystems, das wie ein globales Kartenhaus zusammengebrochen ist. Auch dies ein trauriges Kasperletheater... "Die Kontrakte des Kaufmanns", eine Wirtschaftskomödie, wird am Sonntag, dem 15. November in der sparte4 zur Premiere gelangen. Antje Thoms führt Regie, die Ausstattung ist von Florian Barth."Der Zauberer von Oz"Am selben Tag feiert im Staatstheater ein Stück Premiere, das uns ebenfalls eine Welt präsentiert, in der der Schein trügt. Und auch wenn dort so mancher etwas vorgaukelt, das sich im Nachhinein als fauler Zauber entpuppt, so bleibt es ein Ort, der zum Träumen einlädt. Und vielleicht erfüllen sich die Wünsche von Dorothy und ihren Begleitern, der Vogelscheuche, dem Blechmann und dem Löwen deshalb, weil dieses Land hinter dem Regenbogen liegt?Lyman Frank Baum hat "Der Zauberer von Oz" 1900 geschrieben. Berühmt ist die Verfilmung mit Judy Garland und den unvergleichlichen Melodien von Howard Arlen. In Saarbrücken wird Jörg Wesemüller unser diesjähriges Weihnachtsstück auf die Bühne bringen, im Bühnenbild von Jasna Bosniak, mit den Kostümen von Esther Criado Valladares und der Bühnenmusik von Achim Schneider - natürlich unter Verwendung von Arlens Jahrhundertkomposition "Over the rainbow"!Und so wollen wir Sie herzlich einladen, uns auf den Spuren unserer vielfältigen theatralischen Recherche zu folgen: Finden wir gemeinsam den Ort hinter dem Regenbogen oder geben wir nicht auf, nach ihm zu suchen! HS/UTH

SchauspielpremierenMann ist Mann: Samstag, 14. November 2009, 19.30 Uhr, Alte FeuerwacheDer Zauberer von Oz: Sonntag, 15. November 2009, 17.00 Uhr, StaatstheaterDie Kontrakte des Kaufmanns: Sonntag, 15. November 2009, 20.00 Uhr, sparte4 Karten und Termininfos unter (0681) 3092 486