Konjunktur verliert an Dynamik

Saarbrücken. Die Konjunktur an der Saar wird in der zweiten Jahreshälfte etwas an Dynamik verlieren. Ein Ende des Aufschwungs ist damit aber noch nicht in Sicht. Das geht aus der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) aus dem Monat Juli hervor. Danach hat sich die Geschäftslage der Unternehmen nochmals verbessert (siehe Grafik)

Saarbrücken. Die Konjunktur an der Saar wird in der zweiten Jahreshälfte etwas an Dynamik verlieren. Ein Ende des Aufschwungs ist damit aber noch nicht in Sicht. Das geht aus der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) aus dem Monat Juli hervor. Danach hat sich die Geschäftslage der Unternehmen nochmals verbessert (siehe Grafik). Etwas eingetrübt haben sich dagegen die Erwartungen der Firmen für die kommenden sechs Monate. "Die Abschwächung der Konjunktur in den USA, die Schuldenkrise in der EU und die hohen Energiekosten dämpfen den Konjunktur-Elan", meint Hermann Götzinger, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland. Dennoch "werden wir in diesem Jahr die niedrigste Arbeitslosigkeit seit drei Jahrzehnten und einen Beschäftigtenstand wie zuletzt vor zehn Jahren erreichen", gibt sich Götzinger optimistisch. An der Juli-Befragung haben sich 300 Unternehmen mit rund 120 000 Beschäftigten beteiligt."Gute Geschäfte melden die Stahlindustrie, der Fahrzeug-, Maschinen- und Stahlbau, die Hersteller von Metallwaren, die Medizin-, Mess- und Automatisierungstechnik sowie die Zeitarbeitsbranche", so die Kammer. Überwiegend befriedigende Stimmen kämen aus der Elektroindustrie, der Gummi- und Kunststoffindustrie, von den Gießereien sowie aus der Ernährungswirtschaft. Während in der Bauwirtschaft die Konjunktur langsam wieder anziehe, verlaufe sie im Handel nach wie vor schleppend.

Auch bundesweit verliert der Aufschwung an Kraft. Das geht aus dem Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts hervor der im Juli von 114,5 auf 112,9 Punkte überraschend stark gesunken ist. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage und ihre Geschäftsaussichten im zweiten Halbjahr schlechter. Vor allem die Exportfirmen rechnen mit weniger Wachstum. "Wir haben einen starken Höhenflug hinter uns und kommen jetzt in eine Normalisierungsphase", erklärte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. "Es geht langsamer voran, aber es gibt keinen Absturz." Die Lage sei immer noch sehr gut. Die Inlandsnachfrage stabilisiere sich. Die Firmen hätten noch dicke Auftragspolster und wollten weiterhin Arbeitskräfte einstellen. red/dapd

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