Kleinen saarländischen Verlagen ist Stand auf der Buchmesse zu teuer

Kleinen saarländischen Verlagen ist Stand auf der Buchmesse zu teuer

Heute beginnt die Frankfurter Buchmesse 2014. Doch für welche saarländischen Verlage lohnt sich ein eigener Stand? Wir haben nachgefragt.

Zu den treuen Ausstellern zählt der St. Ingberter Conte Verlag, der bereits zum zehnten Mal mit einem eigenen Stand in Frankfurt vertreten ist. "Die Messe ist für uns enorm wichtig, um Neuerscheinungen zu präsentieren, Kontakte zu Kollegen, Autoren und Vertretern zu pflegen oder neu zu knüpfen und die Entwicklungen am Büchermarkt zu erkennen und zu analysieren", sagt Verlagsleiter Stefan Wirtz. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten in den ersten beiden Jahren bezüglich der Standplatzierung bezeichnet er die Erfahrungen als "durchgehend positiv". Direkte Umsatzsteigerungen könne man während der Messe zwar nicht erkennen; ein Indikator sei aber die Anzahl der Bücher, die vor Ort über die Theke gingen. Wirtz: "Diese Titel sind dann auch meistens die, die im Weihnachtsgeschäft den höchsten Umsatz erzielen." Wie jedes Jahr nimmt Conte sein Herbstprogramm mit auf die Messe, darunter übersetzte und international erfolgreiche Titel wie "Lausche dem Regen" von Michèle Lesbre oder "Guerra!" von Jason Webster, Belletristisches wie "Galgenheck" von Madeleine Giese oder "Ein Galgen für meinen Vater" von Martin Bettinger. Außerdem Krimis wie Isabella Archans Debüt "Helene geht baden" oder "Verschollen in Mainhattan", den fünften Teil der Jenny Becker-Serie von Andrea Habeney. Den Saarland-Fokus deckt Gerd Meisers "Waterloo" ab.

Verzichtbar ist die Messe dagegen für den Saarbrücker Geistkirch-Verlag, der noch nie nach Frankfurt reiste: "Mit einem vorwiegend regional ausgerichteten Sortiment haben wir dort keine wirkliche Chance, eine neue Leserschaft zu erreichen oder Gehör bei nicht-saarländischen Buchhändlern zu finden", erläutert Verlagsleiter Florian Brunner. Kontakte könne man jenseits der Messe effektiver pflegen und akquirieren. Brunner: "Die Erfahrungen anderer Verlage unseres Formates lehren uns, dass sich die nicht unerhebliche Investition in Stand und Personal nie und nimmer rechnet."

Zu dieser Erkenntnis gelangte auch der Saarbrücker Gollenstein-Verlag, der deshalb dieses Jahr nicht nach Frankfurt fährt. "Nach den Erfahrungen der vergangenen sieben Jahre, in denen wir dort teilgenommen haben, sehen wir den konkreten Nutzen - gemessen am zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand - derzeit für uns nicht ausreichend gegeben", sagt Verlagsleiterin Gabriela Hoffmann. Doch freue sich Gollenstein schon auf die Leipziger Buchmesse 2015: Die hält Hoffmann wegen des "Leipzig liest"-Programms für den "deutlich interessanteren Schauplatz". Aber auch ohne eigenen Stand wird ein Gollenstein-Herbsttitel auf der Messe vorgestellt: "Kilju - Ein Finnland-Thriller" des Mainzer Autors Peter Jackob wird in der Sonderausstellung "Books on Finland" präsentiert.