Kinder und Jugendliche gestalten Unterführung Schwalbenstraße neu

Malaktion : „Botschaft der Schönheit und des Miteinanders“

Kinder und Jugendliche haben gemeinsam die Unterführung an der Schwalbenstraße bunt bemalt.

„Das sieht ja toll aus. Super, dass Ihr das macht!“ Wertschätzung und Dankbarkeit der meisten Passanten durch die Unterführung an der Schwalbenstraße belohnte die fleißigen Maler während ihrer Arbeit. An drei Tagen verwandelten die Kinder des Quartiers-Treffs Soziale Stadt in der Schwalbenstraße und eine Freundesgruppe engagierter Jugendlicher die ehemals öde, betonfarbene und von Graffiti verunzierte Unterführung in eine Passage der Freude und des Wohlbefindens.

„Was braucht Ihr, damit Ihr Euch wohl fühlt?“, hatte Ideengeberin und Organisatorin Sarina Wolf die Kinder vieler unterschiedlicher Nationen im Quartier gefragt. „Regenbogen!“ fiel als erste Antwort. Dazu natürlich die Sonne. „Dann brauchen wir auch Regen!“ forderte ein Kind. Und Häuser, in denen man gerne lebt und sich geborgen fühlen kann. Und Menschen! Natürlich, Familie und Freunde dürfen nicht fehlen.

Mit vereinten Kräften machten sich die Kinder und Gruppenleiterinnen sowie der Beirat für Migration und Integration an das farbenfrohe Werk. Diese Gemeinschaftsaktion, an der sich auf Antrag der „Sozialen Stadt“ mit Yvonne Weber auch der UBZ beteiligte, indem er die Unterführung reinigte und in einem wunderschönen Himmelblau grundierte, ist die künstlerische Fortsetzung der Lesung „Mein Leben zwischen schwarz und weiß“ von Bright Donkor. Die Jungendfreunde begannen am Tunnelende an der Hornbachbrücke mit dem Buchcover, einem in eine schwarze und eine weiße Hälfte geteilten Gesicht. „Das zersplittert und formt sich dann zu dem Yin-Yang-Symbol“, erkärte Janna Ketzler (18), während die die Splitterstücke von weiß über interessante Grauschatierungen bis hin zu schwarz pinselte.

In den aus dem asiatischen Stammenden Zeichen für Harmonie gleichen sich Gegensätze aus: schwarz und weiß, männliche und weibliche Energien. In einer riesigen Spirale verwandeln sich schwarz und weiß in bunt. „Die Spiralen halten die Häuser zusammen, denn wir wollen alle zusammen in Frieden und Harmonie leben“, erklärte der 19-jährige Cetric Ruhstorfer seine Idee, die von der Gruppe begeistert aufgegriffen und liebevoll umgesetzt wurde. Mit flammend-orangen Blüten an wasserblauen Spiralen spiegeln sich auch die Elemente.

Auf der gegenüberliegenden Wand malten die Akteure gegenseitig ihre Umrisse und gaben sich bunte Farben. Die Menschen in allen Farben halten als Kette die Weltkugel in ihrer Mitte – ein Symbol, dass die Welt vielfarbige Menschen mit vielfältigen Eigenschaften und Talenten hervorbringt.

Auf der rechten Seite des rund 20 Meter langen Tunnels entstanden Sonne, Wolken und Regentropfen vor einem riesigen Regenbogen. Das letzte der Häuser wurde eine Kirche als besonderer Zufluchtsort. Links enstand der Weltenbaum und dahinter ein Baum mit vier Eulen.

Elke Hilgert aus dem Beirat lebte hier zusammen mit den Kindern ihr künstlerisches Talent aus und feilte noch am dritten Tag an dem Gemeinschaftskunstwerk. „Alles hat wunderbar geklappt, alle haben perfekt an einem Strang gezogen, die Stadt, der UBZ, die Soziale Stadt/Quartier, der Beirat für Migration und Integration und Sarina Wolf mit ihren kreativen Ideen und ihrem pädagogischen Talent“, strahlte Beirats-Vorstandsmitglied Tatjana Medenko.

Sie bedankt sich bei den Mitwirkenden und vor allem auch bei der Stadt „dass wir das hier machen dürfen. Sie betont: „Der Tunnel ist jetzt bunt, wie das Leben. Das finde ich ebenso klasse wie diese Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Sie machen sich viele Gedanken und haben tolle Ideen.“

Der beste Beweis, dass diese Altersgruppe durchaus Positives gestalten will und kann, wenn man sie mit einbezieht und gewähren lässt, sei der Tunnel. Die Friedens-Botschaften seien da und sie blieben erhalten. Sie wünscht sich: „Wenn nur jeder der vielen Menschen, die hier täglich durchgehen, kurz innehält, sich das anschaut und seine Sorgen vergisst, diese Botschaft der Schönheit und des Miteinanders aufnimmt, haben wir viel gewonnen.“