Kfz-Gewerbe Saarland: Insolvenzwelle bleibt aus

Kfz-Gewerbe Saarland: Insolvenzwelle bleibt aus

Saarbrücken. Die Saarländer kaufen weiterhin fleißig neue Autos. Während bundesweit der Verkauf neuer Pkw im Januar um 4,3 Prozent zurückgegangen ist, ist der Absatz an der Saar nach Angaben des Saarländischen Kraftfahrzeug-Verbandes um 2,1 Prozent auf 2770 Fahrzeuge gestiegen

Saarbrücken. Die Saarländer kaufen weiterhin fleißig neue Autos. Während bundesweit der Verkauf neuer Pkw im Januar um 4,3 Prozent zurückgegangen ist, ist der Absatz an der Saar nach Angaben des Saarländischen Kraftfahrzeug-Verbandes um 2,1 Prozent auf 2770 Fahrzeuge gestiegen. "Das wird so allerdings nicht anhalten", ist der scheidende Verbands-Geschäftsführer Detlef Fiedler (Fotos: Becker&Bredel) überzeugt. Denn die saarländischen Autofahrer hätten die Abwrackprämie überdurchschnittlich gut genutzt. Fiedler übergibt die Amtsgeschäfte am 31. März an Niklas Burmester (40). Der aus Lüneburg stammende Jurist, der zuvor Geschäftsführer im Haus des Kfz-Gewerbes Hamburg war, ist bereits seit Dezember als Geschäftsführer im Saar-Verband tätig. Trotz des schwierigen Marktumfeldes sehen Fiedler und Burmester keine Insolvenzwelle auf die Saar-Firmen zurollen, wie dies bundesweit befürchtet wird. Es gebe an der Saar relativ viele kleine Betriebe, die mit ihrem Geschäft besser zurechtkommen als manche große, die zudem noch stark expandiert hätten und deren Eigenkapital-Decke jetzt angespannt sei. Die 560 Mitgliedsbetriebe des Verbandes werden weiterhin von mehreren Seiten in die Zange genommen. Auch wenn der Auto-Absatz wieder anziehen sollte, "werden wir den demografischen Wandel zu spüren bekommen", sind Fiedler und Burmester überzeugt. Die Seniorengeneration halte zwar am Auto fest, aber "viele wollen sich kleinere Wagen kaufen und auch weniger damit fahren". Das habe zur Folge, dass die Wartungsintervalle länger werden und die Werkstätten weniger Arbeit haben. Auch das Internet verändere den Autohandel. "Viele kommen zum Händler, lassen sich das Auto ihrer Wahl vorführen, machen eine Probefahrt und stellen im Internet Preisvergleiche an." Wer anschließend nicht über das Netz kaufe, konfrontiere seinen Händler vor Ort meist mit einem günstigeren Angebot. Handlungsbedarf bestehe auch im Leasinggeschäft. Die Restwerte der Fahrzeuge, die von den Händlern zurückgenommen werden müssen, seien derzeit zu hoch, so dass sie die Autos nur mit Verlust weiterverkaufen können. Hier verlangt das Kfz-Gewerbe, dass sich die Autohersteller, die mit niedrigen Leasingraten dieses Geschäft beflügelt haben, auch am Restwert-Risiko beteiligen. low