Kaum Annäherung in der Metall-Tarifrunde

Kaum Annäherung in der Metall-Tarifrunde

Die IG Metall macht ernst. Pünktlich zum Ende der Friedenspflicht ruft die Gewerkschaft im Tarifkonflikt der Metall- und Elektrobranche zu Warnstreiks auf. Gestern wurden die Verhandlungen in drei Bezirken ohne Einigung vertagt.

Schon für die Nacht zum Donnerstag kündigte die Gewerkschaft erste Aktionen an.

Neben den Bezirken Küste und Mitte (Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland) ging es gestern in Bayern in die zweite Runde der Verhandlungen. Wie zuvor bereits in Baden-Württemberg bieten die Arbeitgeber auch hier 2,2 Prozent mehr Geld. Die IG Metall fordert hingegen 5,5 Prozent. Mit einer schnellen Einigung wurde nicht gerechnet.

Im Bezirk Mitte, der gestern für 400 000 Beschäftigte in Kaiserslautern verhandelt hatte, beginnen die Warnstreiks heute früh, da um Mitternacht die Friedenspflicht abgelaufen ist. Der Schwerpunkt liegt in der Pfalz und Nordhessen. Es werden mehr als 1500 Teilnehmer erwartet. Im Saarland sind heute noch keine Warnstreiks geplant.

Die 2,2 Prozent seien "kein verhandlungsfähiges Angebot, das ist ein Treppenwitz der Tarifgeschichte, der die Warnstreiks beflügeln wird." So kommentierte IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild das Angebot der Arbeitgeber.

Thomas Brunn, Verhandlungsführer der Metall- und Elektroindustrie (M+E) Mitte, ist hingegen der Ansicht, "dass dieser Vorschlag fair für alle ist: Fair für die Beschäftigten, weil er ihnen erneut ein deutliches reales Plus im Geldbeutel beschert. Und er ist fair für die Betriebe, weil er ihre wirtschaftliche Lage berücksichtigt und ihnen eine Perspektive für die Zukunft bietet." Zu den Warnstreiks sagte er, "dass Verhandeln, nicht Säbelrasseln zu Lösungen führt".

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