Karlsberg-Anleihe startet an der Börse

Homburg. Die Karlsberg-Brauerei geht bei der Finanzierung einen ungewöhnlichen Weg: 30 Millionen Euro will sie über eine Mittelstandsanleihe bei Anlegern einsammeln. Die Anleihe, die eine Laufzeit von fünf Jahren hat, soll nach den Worten von Karlsberg-Manager Christian Weber institutionelle Anleger ebenso ansprechen wie große Banken oder Fonds

Homburg. Die Karlsberg-Brauerei geht bei der Finanzierung einen ungewöhnlichen Weg: 30 Millionen Euro will sie über eine Mittelstandsanleihe bei Anlegern einsammeln. Die Anleihe, die eine Laufzeit von fünf Jahren hat, soll nach den Worten von Karlsberg-Manager Christian Weber institutionelle Anleger ebenso ansprechen wie große Banken oder Fonds. Einen großen Anteil sollen auch private Anleger einbringen.7,375 Prozent Zinsen will Karlsberg Geldgebern zahlen, die allerdings mindestens 1000 Euro anlegen müssen. Der Zinssatz erklärt sich auch daher, da die Anleihe nicht besichert, also nicht insolvenzgeschützt ist. Allerdings würden Anlegerschutzklauseln beachtet, so Weber. So würden beim Unterschreiten einer Mindesteigenkapitalquote höhere Zinsen fällig. Auch seien erweiterte Sonderkündigungsrechte vereinbart und die Anleihe werde frei gehandelt, man kann sie also jederzeit verkaufen. Weber ist aber sicher: "Wir bezahlen die Anleihe in fünf Jahren zurück."

Die 30 Millionen sollen unter anderem helfen, das Wachstum der drei Hauptmarken Karlsberg, Mixery und Gründels zu beschleunigen. Dafür plant Weber die Ausweitung des Vertriebs. Karlsberg soll durch längere Lieferverträge mit der Gastronomie gestärkt werden, durch mehr Präsenz auf Großveranstaltungen und Sponsoring. Mixery soll in weiteren Geschmacksrichtungen auf den Markt kommen und in weiteren Regionen. Gründels Fresh wolle man in Südwest- und Süddeutschland stärker platzieren, besonders in Baden-Württemberg. Zukäufe seien nicht geplant.

Die Marke Karlsberg habe sich 2011 beim Ergebnis positiv entwickelt, beim Umsatz stabil. Mixery sei um vier Prozent gewachsen, Gründels um 18 Prozent. Zusätzlich sollen Investitionen in Technik und Energieeinsparungen getätigt werden.

Die Mittelstandsanleihe bringe mit dem festen Zinssatz mehr Investitions-Sicherheit. Bei Banken habe man größtenteils kurzfristige Verbindlichkeiten und müsse beachten, dass sich der Zinssatz eines Darlehens je nach Zinsniveau im Markt verändern kann. Mit den Banken habe Karlsberg keine Schwierigkeiten, sondern saubere Vereinbarungen, sagt Weber.

Anleihe-Interessenten muss Weber mit seiner Strategie überzeugen. Denn die mit der Anleihe veröffentlichten Geschäftszahlen sind nicht rosig: Dem Umsatz von 161,3 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011 steht nur ein Gewinn nach Zinsen und Steuern von 1,6 Millionen Euro gegenüber - eine Umsatzrendite von einem Prozent. Der Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2012 weist bei einem Umsatz von 84,7 Millionen Euro Gewinne von 79 000 Euro aus. Weber räumt ein, man sei mit den 1,6 Millionen Euro "bei weitem noch nicht da, wo wir hinwollen".

Die Eigenkapitalquote von 27,6 Prozent bezeichnet Weber als in Ordnung, da man vor zwei Jahren die großen Aufwendungen für die Restrukturierung habe bewältigen müssen.

Die Rating-Agentur Creditreform stuft die Karlsberg Brauerei GmbH (Konzern) mit dem Rating BB- ein. Das bedeutet "Befriedigende Bonität, mittleres Insolvenzrisiko".

karlsberg.de

Foto: Karlsberg

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