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Kapuscinski, die Legende der Reportage

Saarbrücken. Zwischen 1956 und 2006 war er fast konstant auf Reisen. Um die 100 Länder hat er besucht und zu verstehen versucht. Seine Werke sind in 31 Sprachen übersetzt - der polnische Autor Ryszard Kapuscinski (1932-2007) ist eine legendäre Figur der Reportage

Saarbrücken. Zwischen 1956 und 2006 war er fast konstant auf Reisen. Um die 100 Länder hat er besucht und zu verstehen versucht. Seine Werke sind in 31 Sprachen übersetzt - der polnische Autor Ryszard Kapuscinski (1932-2007) ist eine legendäre Figur der Reportage. Im Saarbrücker Rathaus ist eine lohnende Ausstellung über den Journalisten, Fotografen und Chronisten der Entwicklungsländer zu sehen. Konzipiert von Soenke Zehle (Hochschule der Bildenden Künste Saar) und Annette Orlinski (Projekt Polska Kultura), zeigt die Schau auf Stellwänden großformatige Fotografien von den Reisen Kapuscinskis: Zu sehen sind Flüchtlinge im Sudan; Haile Selassie, der letzte Kaiser Äthiopiens, über den der Journalist das Buch "König der Könige" schrieb; und das Foto einer Frau im Bürgerkrieg von Angola, aufgenommen eine Stunde vor ihrem Tod.Das Herzstück der Ausstellung ist eine Sitzecke, in der alle deutschen Ausgaben der Kapuscinski-Bücher zum Lesen ausliegen. Außerdem kann man sich dort iPods ausleihen, um sich Hörbuchpassagen anzuhören (gelesen von Hanns Zischler) und Filme anzusehen: eine Dokumentation über den Journalisten, Interviews und Kapuscinskis Eröffnungsrede bei der Verleihung des ersten "Lettre Ulysses Award" für die Kunst der Reportage. Eine Kunst, die Kapuscinski einiges verdankt. tokBis 31. Juli. Hauberisser Saal im Rathaus Saarbrücken. Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr. Am 30. Juli hält die Fotografin Monika Bulaj in der HBK einen Vortrag über Reportagefotografie.