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Junge, komm bald wieder

Saarbrücken. Die Schlager-Retro-Welle? Die verbindet man zuallererst mit dem Trierer Guildo Horn, der es schon Mitte der 90er schaffte, ein junges Publikum zu lauten Hossa-Rufen zu animieren. Immer ein wenig im Windschatten Horns ist Dieter Thomas Kuhn (Foto: SZ) gesegelt

Saarbrücken. Die Schlager-Retro-Welle? Die verbindet man zuallererst mit dem Trierer Guildo Horn, der es schon Mitte der 90er schaffte, ein junges Publikum zu lauten Hossa-Rufen zu animieren. Immer ein wenig im Windschatten Horns ist Dieter Thomas Kuhn (Foto: SZ) gesegelt. Nachdem der Schwabe vor zehn Jahren geglaubt hatte, der Hype um die alten Lieder aus den Siebzigern habe sich endgültig gelegt, unterbrach er seine Karriere als singende Fönwelle für fünf Jahre, um dann doch genau dort weiter zu machen, wo er stehen geblieben war. In Saarbrücken war er nun schon ganze zwölf Jahre nicht mehr zu sehen. In dieser Zeit hat der Mann eine erstaunliche Wandlung hingelegt. Zwar erinnert die Frisur nach wie vor an einen Prinz Eisenherz, der mal wieder zum Frisör müsste; durch einen zwischenzeitlich gewachsenen Schnauzer wirkt Kuhn jedoch wesentlich maskuliner als früher. Zu seinem Konzert strömten am Montagabend etwa 550 Fans in die Saarbrücker Garage, um sich von Titeln wie "Fiesta Mexicana" oder "Ti Amo" in Partylaune versetzen zu lassen. Kuhns flotte Arrangements entfernen häufig den Schmalz von ausgemachten Schnulzen wie "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo" - Hauptsache, es kann getanzt und mitgesungen werden. Erst nach fünf Zugaben und einem obligatorischen Bad in der Menge durfte sich Dieter Thomas Kuhn von seinen Fans verabschieden - nicht ohne zu versprechen bald wiederzukommen. sedi