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Leserbrief Umweltminister Reinheold Jost / Saar-Aale reisen mit dem Auto zum Rhein
Das ist bloß eine Imagekampagne

„Saar-Aale reisen mit dem Auto zum Rhein“ (II), SZ vom 23. November

Über Jahre konnte man in der SZ verfolgen, dass der Fischereiverband Saar mit Unterstützung des Umweltministeriums Aale in der Saar aussetzt. Wie man im Biologieunterricht gelernt hat, wandern Aale nach einigen Jahren bei Geschlechtsreife Richtung Saragossa-See ab. Da Wasserstraßen wie Saar und Mosel mit Staustufen, die Turbinen zur Stromerzeugung enthalten, ausgebaut sind, werden die meisten Aale in diesen Turbinen getötet. Das Umweltministerium kam daher wohl auf die Idee, Aale mit Reusen abzufangen und per Auto zum Rhein zu bringen. Beim extremen Niedrigwasser im Rhein ist der Erfolg der Aktion fraglich. Nur ein sehr geringer Teil der geschlechtsreifen Aale wird mit Reusen gefangen; die Mehrheit will durch die Turbinen kommen. Um ihnen dieses Schicksal zu ersparen, wäre es sinnvoll, keine Aale mehr in der Saar auszusetzen. Da der Lebenszyklus durch Autotransfer aufrechterhalten wird, ist es keine Wiederansiedlung, bei der sich der Bestand irgendwann selbst erhält. Es ist weniger ein Naturschutzprojekt, sondern vielmehr eine Imagekampagne für die RWE-Tochter Innogy SE.