Jede vierte Firma rechnet mit Stellenabbau

Jede vierte Firma rechnet mit Stellenabbau

Berlin. Die Eurokrise dämpft die Zukunftspläne der deutschen Unternehmen. Für 2013 halten sich viele Firmen mit Investitionen und Plänen für neue Arbeitsplätze zurück. Laut der gestern veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnen im Westen 28 Prozent der Unternehmen mit einer abnehmenden Belegschaft, im Osten sind es 26 Prozent

Berlin. Die Eurokrise dämpft die Zukunftspläne der deutschen Unternehmen. Für 2013 halten sich viele Firmen mit Investitionen und Plänen für neue Arbeitsplätze zurück. Laut der gestern veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnen im Westen 28 Prozent der Unternehmen mit einer abnehmenden Belegschaft, im Osten sind es 26 Prozent. Zuwächse beim Personal erwarten im Osten noch 26 Prozent, im Westen 19 Prozent.Auch die konjunkturelle Schwäche spiegelt sich in den Zahlen wider. 28,2 Prozent der 2300 befragten Unternehmen gehen von schlechteren Geschäften aus, während nur 24,3 Prozent mit einer höheren Produktion rechnen. Der Rest der befragten Unternehmen rechnet mit einer gleichbleibenden Produktion. In der Frühjahrsumfrage des Instituts hatten noch 38,7 Prozent der Unternehmen eine höhere Produktion erwartet und nur 16,8 Prozent eine niedrigere.

Deutlich gedrosselt haben die Unternehmen ihre Investitionserwartungen. So gingen in der Herbstumfrage 27,9 Prozent der Befragten von einer Abnahme der Investitionen aus, im Frühjahr waren es nur 16,1 Prozent. Nur noch 22,6 Prozent erwarten eine Zunahme der Investitionen, im Frühling erwarteten dies noch 35,9 Prozent.

Der wichtigste Erklärungsgrund hierfür sei "die anhaltende Unsicherheit, ob es den Euro in ein paar Jahren noch gibt", sagte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts, Michael Hüther, bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Auf die Bremse tritt vor allem die Industrie: Knapp ein Viertel der Industriefirmen plant höhere Investitionen, aber fast ein Drittel geht von niedrigeren Investitionen im kommenden Jahr aus.

56 Prozent der befragten Unternehmen gaben die wegen der Staatsschuldenkrise unsichere Absatzlage im Euroraum als Grund für die niedrigeren Investitionen an. Weitere 49 Prozent gaben hier dagegen die unsichere Absatzlage auf dem deutschen Markt an.

Die deutsche Wirtschaft steht Hüther zufolge vor einem schwachen Jahr 2013. "Eine Rezession erwarten wir nicht, gleichwohl wird die gewerbliche Wirtschaft nahe an den Rand der Stagnation rutschen", sagte er. Das IW gehe für 2013 nach wie vor von einem Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent aus, für das laufende Jahr erwarte es knapp ein Prozent. Der Prognose liegt jedoch die Annahme zugrunde, dass es zu keiner Eskalation der Staatsschuldenkrise in Europa kommen wird, betonte Hüther.

Auch familiengeführte Unternehmen in Deutschland sehen aufgrund der Eurokrise die Wirtschaftslage in den kommenden Monaten weniger optimistisch. Laut einer Studie der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) unter 405 deutschen Familienunternehmen schätzen nur noch rund 44,1 Prozent die Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten mindestens als "gut" ein, während 47,7 Prozent eine befriedigende Lage sehen und 8,2 Prozent eine schlechte oder sehr schlechte Lage.