Jazztransfer: Zwei Trios, keine Schubladen

Jazztransfer: Zwei Trios, keine Schubladen

Saarbrücken. Am Mittwoch kooperierte "Jazz live" mit dem grenzüberschreitenden Festival "Jazz-Transfer" (bis 30. November) des Saarbrücker Jazz-Syndikats. Ins Studio Eins auf dem Halberg kamen zwei bemerkenswerte Klaviertrios, deren klassisch ausgebildete Pianisten keine Schubladendenker sind. Ein stark repetitives Moment kennzeichnet die Handschrift von Fabian M

Saarbrücken. Am Mittwoch kooperierte "Jazz live" mit dem grenzüberschreitenden Festival "Jazz-Transfer" (bis 30. November) des Saarbrücker Jazz-Syndikats. Ins Studio Eins auf dem Halberg kamen zwei bemerkenswerte Klaviertrios, deren klassisch ausgebildete Pianisten keine Schubladendenker sind. Ein stark repetitives Moment kennzeichnet die Handschrift von Fabian M. Mueller, Tastenmann des schweizerischen "FM Trios". Gern verharrt er auf wenigen Tönen, lotet dynamisches Potenzial aus und webt so einen roten Faden, um den herum sich Kompositionen von kalkuliert unterschwelliger Spannung entwickeln. Kongeniale Partner bei dieser subtilen Feinarbeit: Kaspar von Grünigen (Kontrabass) und Fabian Bürgi (Schlagzeug).Während Mueller eher lässig zurückgelehnt am Flügel thront, dezent im Saitenkasten manipuliert und als Klangtupfer bestenfalls eine schlauchgeblasene Mundharmonika zufügt, hängt sein britischer Kollege John Law gern mit der Stirn über den Tasten und werkelt mit allerlei (elektronischen) Soundspielereien. Experimentierfreudig und lustvoll lotet der Chef des englischen "The Art of Sound Trios" die Tiefen und auch die popmusikalischen und trivial-pathetischen Untiefen des Modern Jazz aus. Das reicht von Klassik-Anleihen über entspannten Swing bis zu Nummern geradezu rockigen Zugriffs. Dabei agiert das virtuose Trio stets elegant, transparent - und oft mit Schalk im Nacken. Das verrieten bei einer feierlichen Ballade das fröhliche Grinsen und die ausgestellten Gesten von Kontrabassist Tom Farmer und Schlagzeuger Asaf Sirkis. kek

Mehr von Saarbrücker Zeitung