Jarmusch erzählt langsam, aber fesselnd

Jarmusch erzählt langsam, aber fesselnd

Saarbrücken. Ist dies noch ein Film oder doch eher eine audiovisuelle Kunst-Installation? Handlung war für Jim Jarmusch immer schon zweitrangig. Denn Jarmuschs Augenmerk liegt auf dem Erzeugen von Stimmungen, die meist im Spektrum zwischen abgeklärter Coolness und lakonischer Situationskomik liegen

Saarbrücken. Ist dies noch ein Film oder doch eher eine audiovisuelle Kunst-Installation? Handlung war für Jim Jarmusch immer schon zweitrangig. Denn Jarmuschs Augenmerk liegt auf dem Erzeugen von Stimmungen, die meist im Spektrum zwischen abgeklärter Coolness und lakonischer Situationskomik liegen. Der vergangenen Mai in die Kinos gekommene und nun als DVD erhältliche Thriller "The Limits of Control" (Tobis) ist ein wahrer Jarmusch der extremen Sorte: Ein stummer Auftragskiller im Silber-Anzug reist durch das sommerliche Spanien. In der exotischen Kulisse alter Städte und karger Landschaften begegnet er sonderbaren Mittelsmännern (und -frauen), darunter John Hurt als gegerbter Gitarrenspieler und Tilda Swinton als mysteriöse Blondine. Es wird kaum gesprochen und wenn, dann in bizzaren philosophischen Sentenzen. Auch wenn Jarmusch hier noch langsamer erzählt als sonst, der Film entfaltet eine gewaltige Sogwirkung. Die genial komponierten Fotografien südländischer Gässchen und geheimnisvoller Gesichter zu psychedelischen Rock-Klängen von Jarmuschs Band Bad Rabbit - was bei anderen Filmemachern Langeweile hervorrufen könnte, funktioniert bei Jarmusch. jkl

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