Jan-Luley-Trio beim Jazzfrühschoppen in Homburg

Jazzfrühschoppen in Homburg : Ein Hauch von New Orleans in Homburg

Das Jan-Luley-Trio, Sängerin Cleo und Posaunist Joe Wulf begeisterten die Zuhörer beim Jazzfrühschoppen auf dem Marktplatz.

Eine Formation der Extraklasse erlebten die Zuhörer beim Konzert des Jan-Luley-Trios mit Sängerin Cleo und Posaunist Joe Wulf beim jüngsten Jazzfrühschoppen auf dem Homburger Marktplatz.

Luley war lange Jahre Pianist der renommierten Barrelhouse Jazzband. Von ihr hatte er sich Bassistin Lindy Huppertsberg „geborgt“, am Schlagzeug saß Luleys langjähriger Mitstreiter Tobias Schirmer. Dazu gesellte sich mit Joe Wulf ein großer Name der deutschen Jazzszene, der schon mit Paul Kuhn und Bill Ramsey zusammenspielte. Den Farbtupfer setzte aber sicherlich die Sängerin Cleo, die schon in jungen Jahren alles drauf hat an gesanglicher Qualität, Charme und Ausdruck. Kurzum alles, was eine Entertainerin benötigt, um es mit diesen alten Hasen aufnehmen zu können.

Ihr Nachname sei zu lang, deshalb habe sie sich für den Vornamen als Künstlernamen entschieden, meinte die Hamburgerin, die mehrfach Szenenapplaus vom Publikum erhielt. Und als hätte sie nicht schon genug Talent bewiesen, griff die Sängerin derweil auch noch zur Geige und gab dem Klang der Band somit eine besondere Note.

Noch studiert Cleo an der Hochschule für Musik und Theater, doch ihre erfolgreiche Karriere hat bereits begonnen. Fast unglaublich, wo sie und Luley sich kennenlernten: Nämlich an dem Ort, an dem auch die Musik, die sie heute zusammen spielen, ihre Wurzeln hat  – in New Orleans.

„Als sie 15 war, ist Cleo mit ihren Eltern nach New Orleans gezogen, für ein halbes Jahr. Ich mache da jedes Jahr eine Reise dorthin. Die Story macht sich ganz gut und stimmt sogar“, lachte der Pianist. „New Orleans ist klein, und wenn man einmal in die Musikerszene reinkommt, dann lernt man sich schnell kennen“, meinte Cleo. So zufällig, wie das klingt, ist es dann vielleicht doch nicht, denn: „Jeder, der diese Musik spielt, möchte natürlich auch gerne mal dahin reisen, um zu erfahren, wie es dort ist.“

Gerade nach dem verheerenden Wirbelsturm Katrina im Jahr 2005 habe sich diese Tendenz noch einmal verstärkt. Trotz des großen Zustroms von außerhalb träfe man dort aber immer noch einheimische Musiker – „auch wenn die mal wegziehen, kommen die immer wieder, weil es eben so toll in New Orleans ist“, schwärmte die Sängerin. Der New-Orleans-Jazz sei auch kein bisschen angestaubt, gerade wenn man in diese Stadt gehe und sich umhöre, bekäme man mit, wie traditioneller und moderner Stil sich vermischten, berichtete Luley. „Die spielen abgefahrenstes Zeug und können aber auch alle den Blues von 1905 spielen.“

Auch seine Band spielte am Samstag nicht streng den klassischen New-Orleans-Jazz, sondern zeigte Einflüsse aus Soul, Pop und Funk. Mit Cleo arbeitet Luley immer häufiger zusammen, die letzte gemeinsame CD brachte ihnen sogar den Preis der Deutschen Schallplattenkritik ein. Aber dass Joe Wulf noch dabei sei, geschehe gar nicht so häufig. „Der Joe hat selbst noch so seine Bands und Projekte, der ist nicht immer zu kriegen“, bedauerte der Bandleader, der optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit Stefan Raab aufwies. Im Publikum war nur Positives zu hören. „Ich finde die fantastisch, das sind super Leute, Alleskönner. Eine Allstar-Band, die gehören zur Elite in diesem Genre“, sagte etwa Dietmar Kunzler aus Altenkessel. „Ich finde die Sängerin Spitze, sie hat klare Töne, ist wunderbar auch vom Spektrum an Stilen und von der Tonhöhe. Von den anderen ist auch jeder ein Meister an seinem Instrument“, meinte Helmut Müller aus Waldmohr. „Das ist eine tolle Jazzband mit einer wunderbaren jungen Sängerin, das macht Freude hier zu sein heute Morgen“, so fasste Dieter Schmidt aus Homburg das Konzert zusammen.

Die Reihe der Jazzfrühschoppen endet an diesem Samstag ab 11 Uhr mit den Beer River Baskets.

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