Perl: Ja zur abgespeckten Seniorenresidenz

Perl : Ja zur abgespeckten Seniorenresidenz

Der Perler Rat hat den Weg für das Projekt der Victors Gruppe auf dem Sportplatz frei gemacht. Die Größe war mehrmals reduziert worden.

Der Gemeinderat von Perl hat das Planungsverfahren für die seit Jahren diskutierte Errichtung einer Seniorenresidenz der Victor’s-Unternehmensgruppe auf dem bisherigen Sportplatz in Perl am Hammelsberg auf den Weg gebracht. Der Rat stimmte in seiner letzten Sitzung Anfang Oktober für die Offenlegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Projekt. Die Pläne liegen damit seit 20. Oktober und noch bis 20. November zur Einsicht im Rathaus von Perl offen, während dieser Frist können auch Einwendungen, Bedenken und Anregungen hinsichtlich des Projektes geltend gemacht werden. Diese haben die Gemeinde und der Rat dann im weiteren Planungsverfahren zu berücksichtigen und bewerten („abzuwägen“).

Eine wichtige grundlegende Entscheidung bei dem Projekt hatte der Rat bereits im Mai dieses Jahres getroffen: Auf die ursprünglich von Victor’s geplante Kombination einer Senioren-Wohnanlage mit einem Hotel wird seitens des Inve-
stors verzichtet. Stattdessen plant die Unternehmensgruppe von Hartmut Ostermann nun eine Seniorenresidenz nebst betreutem Wohnen auf dem Sportplatzareal. Von dem Kaufpreis, den die Gemeinde durch die Veräußerung des Geländes an den Investor erhält, soll ein neuer Sportplatz für den FC Perl unmittelbar neben dem Schengen-Lyzeum gebaut werden.

Kritik an dem Vorhaben hatte es unter anderem wegen der ursprünglich geplanten Dimensionen des Projektes gegeben. Anfangs hatte der Investor mit 230 Wohneinheiten für Senioren-Residenz und Hotel auf dem Gelände geplant, allerdings war diese ursprüngliche Planung bereits 2015 auf 143 Wohneinheiten abgespeckt worden. Schon damals waren lediglich 19 davon für den Hotelbetrieb vorgesehen gewesen. Diese Planung ist seit dem Frühjahr endgültig ad acta.

Der jetzt offen gelegte Bebauungsplan-Antrag geht einer Senioren-Residenz mit 39 Betten aus, einer Wohnanlage für betreutes Wohnen mit 55 Wohneinheiten (aufgeteilt auf fünf Gebäude) und 15 weitere barrierefreie Appartements in einem zusätzlichen Gebäude auf dem Gelände, in dem laut Planung auch ein Seniorencafé untergebracht werden soll. Von den zuletzt 139 anvisierten Wohneinheiten würden also noch 109 übrig bleiben – weniger als die Hälfte von dem, was ganz zu Beginn der Planungen genannt worden war.

Anstelle der ursprünglich anvisierten massiv dimensionierten Baukörper in Form eines „Z“ soll sich das Projekt nach den aktuellen Plänen auf insgesamt sieben Gebäude verteilen, die auf dem 1,4 Hektar großen Areal untergebracht werden.  Das neue Konzept zeichne sich nach Aussage des beauftragten Planungsbüros Kernplan (Illingen) durch eine „aufgelockterte und gegliederte bauweise“ aus, „die eine Durchgrünung des Grundstücks erlaubt“. Für die fünf Wohnblocks des „Betreuten Wohnens“ sind drei Geschosse vorgesehen, das an die Quirinusstraße angrenzende Kopf-Gebäude, in dem das Seniorencafé sowie 15 weitere barrierefreie Wohnungen untergebracht werden, ist auf zwei Geschosse begrenzt.

Ebenfalls zweigeschossig soll die im hinteren Teil des Areals vorgesehene Seniorenresidenz werden. „Zusätzlich entsteht auf den Gebäuden ein zurückversetztes Staffelgeschoss“, heißt es vom Planungsbüro. Die maximale Gebäudehöhe soll auf jeweils zwölf Meter begrenzt bleiben. Nach Aussage des Planungsbüros sei in dem jetzt vorgelegten Konzept alles eingehalten und berücksichtigt worden, was im Laufe des bisherigen Verfahrens an Bedenken und Forderungen formuliert worden war.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Perler Rat, Ernst-Rudolf Ollinger, erklärte: „Es war ein langer Weg bis hierher.“ Nun könne das Projekt, nach etlichen Modifikationen, auf den Weg gebracht werden. Es werde noch zu prüfen sei, so Ollinger, ob im Zusammenhang mit dem Projekt die Perler Feuerwehr hinsichtlich ihrer technischen Ausrüstung neu ausgestattet werden müsse.

Aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Fixemer bestehe angesichts der jetzt vorliegenden Pläne „kein weiterer Beratungsbedarf“. Kritik kam erneut von der FDP-Fraktion. Deren Sprecher Franz Keren monierte, dass der Investor seine modifizierten Pläne nicht selbst dem Rat vorstelle – „das ist ein sehr merkwürdiges Verhalten“. Auch bemängelte er, dass Gemeinde und Investor bis zum Termin der Sitzung immer noch nicht die Kaufverträge sowie den Durchführungsvertrag unterschrieben hätten. „Warum war es binnen zwei Monaten nicht möglich, einen Notartermin zu vereinbaren?“, fragte Keren.

Bei zwei Gegenstimmen votierte der Rat anschließend für die Offenlegung der Pläne. Diese können nun bis zum 20. November zu den Dienstzeiten der Verwaltung im Rathaus (Bauamt, Zimmer 1.07) eingesehen werden.

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