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Lieferdienste für Lebensmittel
Internet-Supermärkte kühlen ihre Waren oft nicht gut genug

Älteren oder behinderten Menschen kann die Lieferung von Lebensmitteln eine große Hilfe sein.
Älteren oder behinderten Menschen kann die Lieferung von Lebensmitteln eine große Hilfe sein. FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Berlin. Laut Stiftung Warentest erwärmen sich frische Nahrungsmittel bei vielen Versanddiensten während der Lieferung zu stark und drohen zu verderben. Von dpa

Pünktlich, vollständig und ohne Schäden: So kommt im Internet bestellte Supermarktware meistens an an ihrem Bestimmungsort an. Dennoch hat keiner der zehn von der Stiftung Warentest auf die Probe gestellten Online-Dienste mit den Noten „sehr gut“ oder „gut“ abgeschnitten, wie die Zeitschrift „test“ berichtet.


Zwar könne es vor allem für ältere Menschen eine große Erleichterung darstellen, sich etwa Wasserkästen liefern zu lassen. Jedoch sei ein Lieferdienst bei verderblichen Lebensmitteln oft nicht sinnvoll, denn viele Lieferanten kühlten die Ware nicht ausreichend. Von 246 kühlungspflichtigen Lebensmitteln seien 136 bei der Anlieferung zu warm gewesen. In Extremfällen hätten sich die die Lebensmittel während der Lieferung auf über 20 Grad erhitzt. Bei Produkten wie Sahne, Hühnerbrust, Räucherlachs, Mozzarella oder Salat in Tüten sei das ein Gesundheitsrisiko, erklären die Tester. Ist die Kühlkette einmal unterbrochen, könnten sich gesundheitsschädliche Keime vermehren. Im schlimmsten Fall drohe dem Konsumenten eine Infektion.

Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hatte bereits in einer früheren Untersuchung Schwachstellen in der Kühlkette bei Nahrungsmittellieferungen festgestellt. Insgesamt fiel das Fazit der Verbraucherschützer zu gelieferten Lebensmitteln trotzdem positiv aus.



Kunden, die auf der Suche nach Bio-Produkten sind, rät der VZBV darauf zu achten, ob der Online-Shop selbst eine entsprechende Zertifizierung für Bio-Produkte hat. Nur dann dürften Händler laut der Öko-Verordnung der Europäischen Union Bio-Produkte verkaufen. Andernfalls könnten Kunden nicht sicher sein, dass die Händler alle nötigen Pflichtvorgaben einhalten.

Jüngst habe der Verband vier Online-Händler ohne Bio-Zertifizierung erfolgreich abgemahnt. Zwei davon hätten die entsprechenden Produkte aus dem Sortiment genommen, die anderen beiden nachträglich die nötige Zertifizierung erworben.

Neben der unzureichenden Kühlung der Lieferware, kritisieren die Tester bei einigen Anbietern auch den mangelhaften Datenschutz sowie überflüssigen Verpackungsmüll. Zudem seien die Kosten sowohl für Lieferung als auch für die Waren sehr unterschiedlich ausgefallen – jeder zweite Online-Supermarkt bestehe auf einen Mindestbestellwert.

Die Stiftung Warentest  bewertet die überprüften Versandläden insgesamt fünfmal mit der Note „befriedigend“ und fünfmal mit „ausreichend“. Den Spitzenplatz erringt das Angebot von MyTime.de mit der Note „befriedigend“ (2,7). Es folgen die Dienste Bringmeister (2,9), Rewe Lieferservice (3,0), AmazonFresh sowie Getnow Supermarkt (beide 3,3).