Interkulturelle Wochen in Neunkirchen

Eine geheimnisvolle Zeremonie : So lässt sich Vielfalt leben

Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Wochen in Neunkirchen steht ganz im Zeichen des schwarzen Kontinents.

Die japanische Teezeremonie kennt man ja. Wenigstens vom Hörensagen. Aber was verbirgt sich hinter einer eritreischen Kaffeezeremonie? Das wird sich am Samstag, 8. September, zeigen. Dann nämlich steht das Kommunikationszentrum Bachstraße ganz im Zeichen des zweitgrößten Kontinents. Unter dem Motto „KOMM nach Afrika“ laden die Bürgerinitiative Stadtmitte (Bins) und die Internationale Frauenkochgruppe mit ihren Kooperationspartnern zu einem so noch nie dagewesenen Fest ein, mit dem die Interkulturellen Wochen Neunkirchen bunt, fröhlich und lebhaft starten.

„Das Motto 2018 ,Vielfalt verbindet’ passt genau zu uns und unseren Aktivitäten“, erklärt Uli Heckmann, Bins-Sprecherin. Vielfältig sind schließlich die Aktionen, bei denen sich die Ehrenamtlichen in ihrem Stadtteil einbringen. Etwa mit Familienkonzerten, als Grünpaten, beim Viertelfest, der Pflanztauschbörse und dem Wohlfühloase-Wettbewerb. „Vielfalt spiegelt sich aber auch in den Reihen der Nutzer wieder“, angefangen von Kindern bis hin zur Seniorin, aus der Stadt oder den Ortsteilen, Mütter, Väter und so weiter.

„Mit der Internationalen Frauenkochgruppe leben wir nun fast seit zehn Jahren diese Vielfalt“, erzählt Uli Heckmann. „Neunkircherinnen, einige mit weltweiten Familienwurzeln, treffen sich monatlich, um miteinander zu kochen.“ Zuerst nicht mehr als das. „Aber zum Kochen kommt der Austausch, das Kennenlernen, das Akzeptieren  lernen von Verschiedenheit, Gemeinsamkeit, bis hin zu Freundschaft.“ „Besonders ist unsere Freundschaft mit Irene Lawson. Sie lebt die Hälfte des Jahres in Neunkirchen, die andere in Lome in Togo. Als Irene zu uns stieß, hatten wir Kontakt mit einer fremden und doch nahen Kultur“, berichtet die Ehrenamtlerin. „Der enge Familienzusammenhalt, die Verantwortung für das gemeinsame Leben, das war spannend zu erfahren. Und wir hatten große Freude am landestypischen Essen.“ Ebenfalls in Afrika, von wo sie kommt, ist Irene aktiv für ihr Wohnviertel. Sie unterstützt die Einrichtung eines Kindergartens. „Als sie sich an uns wandte, haben wir Kochfrauen, aber auch die Bins, der Verein Horizont und viele Private gespendet, um die gute Sache zu unterstützen.“

„Über dieses Engagement kamen wir in der Stadtteilarbeit auf die Idee, den großen, fremden, schwarzen Kontinent während der IKW ein bisschen besser kennenzulernen.“ Unterstützung fand man im Verein Haus Afrika, einer Vereinigung von Menschen mit Wurzeln aus vielen Ländern des afrikanischen Kontinentes. Geboten wird einiges: Zur Eröffnung klingen die Stimmen des Mädchenchores Haus Afrika und des Gospel-Chors durchs Haus. Danach besteht die Möglichkeit, gemeinsam Mittag zu essen und afrikanische Spezialitäten auszuprobieren. „Zubereitet wird Hühnchen mit Zwiebelgemüse und Tomaten-Spinatsauce mit Rindfleisch, beides mit Reis.“ Begleitend dazu kommt Fingerfood a la Afrika auf den Tisch. Um 14 Uhr treten die Tanzgruppen Haus Afrika und Powergirls Horizont auf. Anschließend, um 14.30 Uhr, wird das Geheimnis der eritreischen Kaffeezeremonie gelüftet. Um 15.30 Uhr geht es mit einem Trommelworkshop mit Dédé weiter, den Abschluss bildet um 16.45 Uhr ein Konzert mit Dédé, bei dem Gospel, Trommeln und „Modern Afrika“ zusammenfließen.

Ein Stück Afrika mit nach Hause nehmen kann man dank verschiedener Verkaufsstände. Neben Seifen von Margit Bauer für den Verein Meleke Balu werden Kleider und Ziergegenstände vom Haus-Afrika-Team angeboten. Die Ganztagsgemeinschaftsschule Haspelstraße beteiligt sich mit Fair-Trade-Artikeln. Gegen 18 Uhr wird das Fest enden. Uli Heckmann wünscht den Besuchern an diesem Tag „viele gute Kontakte und Gespräche ganz im Sinne unsres Strebens nach einem offenen und guten Zusammenleben – hier in unserer Stadt und unserer Gesellschaft.“ Und natürlich viel Spaß und guten Appetit!